Unternehmen passen Lieferketten an Politik an
Laut Studie der Wirtschafts-Hochschule Stockholm werden auch zusätzlichen Kosten nicht gescheut
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USA versus China: Unternehmen denken wegen Geopolitik um (Foto: pixabay.com, Henrix_photos) |
Stockholm (pte003/28.01.2026/06:10)
Die politischen Spannungen zwischen den USA und China verändern die Art und Weise, wie Unternehmen, die auf Halbleiter und seltene Erdmetalle angewiesen sind, ihre globalen Lieferketten umbauen. Unternehmen reagieren laut einer neuen Studie der Wirtschafts-Hochschule Stockholm nicht mehr nur auf Handelsregeln, sondern gestalten proaktiv ihre Lieferketten um, um politische Risiken zu reduzieren und sich den Zugang zu kritischen Technologien zu sichern.
Geopolitik wichtiger Faktor
So zwingt die wachsende Rivalität zwischen den Großmächten Unternehmen dazu, ihre Materialbeschaffung, die Wahl der Standorte für neue Fabriken und den Aufbau langfristiger Partnerschaften zu überdenken, heißt es. Die Studie konzentriert sich auf Halbleiter und Seltenerdmetalle, die für moderne Technologien wie Elektrofahrzeuge, erneuerbare Energien und fortschrittliche Elektronik von entscheidender Bedeutung sind.
Beide Sektoren sind zu Schwerpunkten im strategischen Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und China geworden. "Geopolitische Überlegungen sind nicht mehr nur ein Nebenaspekt. Sie beeinflussen zunehmend Entscheidungen, die früher hauptsächlich von Kosten und Effizienz bestimmt waren, sodass die Gestaltung der Lieferkette nicht mehr nur eine operative, sondern auch eine strategische Frage ist", so Forscher Constantin Blome.
Langfristplanung schwierig
Basierend auf Interviews mit Führungskräften von Hightech-Unternehmen in den USA und China zeigt die Studie eine deutliche Veränderung in der Art und Weise, wie Unternehmen auf politische Unsicherheiten reagieren. Maßnahmen wie Exportkontrollen, Subventionen und Lokalisierungsanforderungen haben die Unsicherheit erhöht und erschweren die langfristige Planung, sagen die Autoren.
Anstatt neue Vorschriften als kurzfristige Störungen zu betrachten, passen Unternehmen zunehmend ihre langfristigen Entscheidungen in Bezug auf Beschaffung, Produktionskapazitäten und Lieferantenbeziehungen an. Dazu gehören die Diversifizierung der Lieferanten, die Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen Ländern für kritische Vorleistungen und in einigen Fällen die Verlagerung der Produktion in andere Regionen.
Diese Veränderungen sind oft teuer, aber die Unternehmen halten sie für nötig, um unter unsicheren politischen Bedingungen den Zugang zu Schlüsseltechnologien aufrechtzuerhalten. Die Studie legt auch nahe, dass diese Veränderungen wahrscheinlich von Dauer sein werden. Wegen des anhaltenden strategischen Wettbewerbs könnten Unternehmen in kritischen Branchen zunehmend parallele Lieferkettensysteme betreiben, die auf unterschiedliche geopolitische Blöcke ausgerichtet sind - eine Veränderung mit langfristigen Folgen für den globalen Handel und Wettbewerb.
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