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pte20190909024 Medizin/Wellness, Umwelt/Energie

Treibhausgaseffekt in Seen schreitet voran

Wegen stärkerer Erwärmung der Oberfläche werden tiefere Wasserlagen schlechter durchmischt


Basel/Montreal (pte024/09.09.2019/13:30) - Seen kühlen sich trotz der Erwärmung an der Oberfläche in der Tiefe ab. Laut Forschern der Universitäten Basel http://unibas.ch und Montreal ist dies einer der indirekten Effekte der Klimaerwärmung. Wie die Wissenschaftler in "Limnology and Oceanography Letters" schreiben, erwärmen sich die Seen aufgrund des Klimawandels an der Oberfläche und werden bei gleichzeitiger Überdüngung immer produktiver. Mehr Algen und eine Trübung des Seewassers sind die Folgen.

Oben heiß, unten kalt

"Die Folge der Oberflächenwassererwärmung und der abnehmenden Transparenz ist, dass mehr Wärme in den oberen Bereichen der Seen absorbiert wird und die unteren Bereiche thermisch isoliert sind", so Erstautor Maciej Bartosiewicz vom Departement Umweltwissenschaften der Universität Basel. "Dies kann unter Umständen sogar zur Abkühlung der bodennahen Wassermassen führen", ergänzt der Experte.

Durch die leichte Abkühlung verlangsamen sich die respiratorischen Abbauprozesse von Biomasse im See. Dadurch wird die Kohlenstoffspeicherung in den Sedimenten verstärkt, und die CO2-Produktion reduziert. Die auf Modellsimulationen beruhenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Effekte vor allem in relativ kleinen und flachen Seen von Relevanz sind. Diese machen einen Großteil der globalen Seeoberfläche aus.

Mehr Methan freigesetzt

Aufgrund der starken thermischen Schichtung werden die tieferen Wasserlagen schlechter durchmischt und somit kaum noch "belüftet". Dies kann zu länger anhaltenden anoxischen Bedingungen führen, warnen die Wissenschaftler. Unter diesen Voraussetzungen setzen Fermentierungsprozesse in den Sedimenten verstärkt Methan frei. "Unter dem Strich nimmt also das Treibhausgaspotenzial von Seen mit der Erderwärmung wie erwartet zu. Dies hat aber weniger mit der Erwärmung direkt zu tun als mit zunehmender Sauerstoffarmut in den Tiefen dieser Seen", so Bartosiewicz.

(Ende)
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