KI und Dermatologen gut gegen Melanome
Studie des German Cancer Research Center: Technologie kann Ärzte derzeit noch nicht ersetzen
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Haut im Fokus: KI kann Erkennung von Melanomen verbessern (Foto: pixabay.com, Pexels)
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Heidelberg (pte015/10.04.2026/10:30)
Künstliche Intelligenz (KI) spielt laut Experten des German Cancer Research Center künftig eine größere Rolle beim Nachweis von Melanomen. Den Forschern zufolge sind jedoch strengere Tests erforderlich, bevor der KI-Einsatz ein Teil der routinemäßigen medizinischen Versorgung wird. Die sogenannte "Real-World Evidence" sei bisher nur eingeschränkt vorhanden gewesen.
Elf Studien analysiert
Die Heidelberger Wissenschaftler haben eine systematische Übersicht und Meta-Analyse von elf prospektiven Studien durchgeführt. An ihnen hatten mehr als 2.500 Personen und 50 Dermatologen teilgenommen. Bei der Diagnose erzielten die Fachärzte eine Sensitivität von 78,6 Prozent und eine Spezifität von 75,2 Prozent. Die KI-Systeme allein erreichten laut den in "JAMA Dermatology" veröffentlichten Ergebnissen eine Sensitivität von 80.9 Prozent und eine Spezifität von 75,6 Prozent.
Diese Ergebnisse legen den Wissenschaftlern zufolge nahe, dass die KI über eine diagnostische Leistung verfügt, die mit jener der Dermatologen vergleichbar ist. In einer Studie erzielten Dermatologen mit der Unterstützung der KI eine Sensitivität von 91,9 Prozent und eine Spezifität 83,7 Prozent. Das weist darauf hin, dass die KI ein wertvolles Tool für die Unterstützung der Ärzte sein, aber sie nicht ersetzen könnte.
KI erkennt Gutartigkeit
Obwohl sie vergleichbar sind, neigen die KI-Systeme dazu, bei einem Kopf-an-Kopf-Vergleich innerhalb der gleichen klinischen Umgebung über eine höhere Spezifität zu verfügen. Das wiederum legt nahe, dass die KI-Tools bei der richtigen Identifizierung von gutartigen Gewebeveränderungen besser abschneiden.
Diese höhere Spezifität könnte auch praktische Auswirkungen haben. Sind Dermatologen bei der Diagnose unsicher, handeln sie normalerweise vorsichtig und empfehlen eine Biopsie. Die KI könnte also dabei helfen, die Anzahl der nicht notwendigen Eingriffe zu verringern, indem sie gutartige Veränderungen des Gewebes ausschließt.
Die Forscher des German Cancer Research Center betonen, dass, obwohl wissenschaftlichen Belege noch immer eingeschränkt sind, eine Kombination der menschlichen Expertise mit jener der KI die besten Ergebnisse erzielen sollte. Das Team weist darauf hin, dass sich diese Technologie noch in einer frühen Phase der Validierung befindet. Größere Multicenter-Studien seien für die Feststellung von Sicherheit, Zuverlässigkeit und der Folgen auf die klinische Praxis weiter notwendig.
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