pts20260202006 in Business

Speicherarchitekturen als Risikofaktor für die Datenwiederherstellung

Warum Wiederherstellbarkeit nicht allein durch Datensicherung definiert ist


IT-Infrastrukturen: Daten vorhanden, Zugriff abhängig von internen Systemstrukturen (©DATA REVERSE)
IT-Infrastrukturen: Daten vorhanden, Zugriff abhängig von internen Systemstrukturen (©DATA REVERSE)

Leipzig (pts006/02.02.2026/08:30)

In der praktischen Datenrettung zeigt sich 2026 ein klares Bild: Backups sind in den meisten Unternehmen vorhanden, Wiederherstellungsprozesse werden regelmäßig getestet – und dennoch scheitert im Schadensfall der Zugriff auf die gesicherten Daten. Ursache ist dabei immer seltener fehlende Vorsorge, sondern zunehmend die Komplexität moderner Speicherarchitekturen.

Unabhängig vom eingesetzten Speichersystem zeigt sich ein gemeinsames Merkmal: Die Daten sind physisch weiterhin vorhanden, können jedoch aufgrund architekturbedingter Abhängigkeiten nicht mehr sinnvoll genutzt werden.

SAN-Systeme: Wenn Datenblöcke ihre logische Ordnung verlieren

In Storage-Area-Network-Umgebungen werden Daten blockbasiert gespeichert. Der Zugriff erfolgt über logisch organisierte Speicherbereiche, die von Controllern, Zuordnungstabellen und Caches verwaltet werden. Diese internen Strukturen sind für die Funktionsfähigkeit des Systems entscheidend.

Kommt es zu Controller-Ausfällen oder Inkonsistenzen innerhalb dieser Strukturen, verlieren die gespeicherten Daten ihren logischen Zusammenhang. Einzelne Datenblöcke bleiben zwar erhalten, lassen sich jedoch nicht mehr korrekt zuordnen. Backups erfassen in solchen Fällen häufig nur den Datenbestand, nicht jedoch die vollständige interne Systemlogik – der Zugriff bleibt blockiert.

NAS-Systeme: Dateien vorhanden, Metadaten nicht mehr konsistent

Network-Attached-Storage-Systeme arbeiten dateibasiert und werden als zentraler Speicherort für Dateien und Ordner genutzt. Der tatsächliche Zugriff basiert jedoch auf umfangreichen Metadaten, die Speicherorte, Dateistrukturen und Zustände definieren.

Werden diese Metadaten beschädigt – etwa durch unterbrochene Schreibvorgänge, fehlerhafte Replikationen oder inkonsistente Snapshots – kann das Dateisystem nicht mehr korrekt eingebunden werden. Die Dateien selbst sind weiterhin vorhanden, ihr ursprünglicher Zusammenhang ist jedoch nicht mehr automatisch rekonstruierbar.

Flash- und SSD-Systeme: Physische Daten ohne interpretierbaren Zugriffspfad

Flashbasierte Speichersysteme und SSDs verwalten Daten über interne Controller-Logiken, die unter anderem Adressierung, Wear-Leveling und Schreibverteilung steuern. Zusätzlich sind viele Systeme standardmäßig verschlüsselt.

Gehen diese internen Zuordnungen verloren oder fällt der Controller aus, bleibt der Dateninhalt physisch erhalten, ist jedoch ohne die zugehörige Steuerlogik nicht mehr interpretierbar. Klassische Restore-Verfahren können diesen Zugriffspfad nicht wiederherstellen.

Warum Wiederherstellungstests das Risiko oft unterschätzen

Backup- und Restore-Tests sind ein wichtiger Bestandteil moderner IT-Strategien. Sie finden jedoch meist unter stabilen Bedingungen statt: funktionierende Hardware, konsistente Metadaten und vollständige Systemzustände. Reale Schadenfälle entstehen hingegen durch Stromausfälle, Hardwaredefekte oder abgebrochene Schreibprozesse – Szenarien, die im Testbetrieb nur eingeschränkt abgebildet werden. Ein erfolgreich getestetes Backup ist daher kein verlässlicher Indikator für die tatsächliche Wiederherstellbarkeit im Ernstfall.

Datenrettung als technische Analyse architekturbedingter Grenzen

Scheitern Standard-Wiederherstellungen, beginnt ein eigenständiger technischer Analyseprozess. Datenrettung bedeutet in diesen Fällen nicht das erneute Einspielen eines Backups, sondern die Untersuchung vorhandener Speicherstrukturen und die Rekonstruktion technisch noch möglicher Zusammenhänge.

Dabei rückt zunehmend die Einordnung in den Fokus: Welche architekturbedingten Abhängigkeiten bestanden? Warum war ein Zugriff nicht mehr möglich? Wo lagen systemische Grenzen? Diese Fragen gewinnen insbesondere im Kontext von Compliance, Haftung und Dokumentationspflichten an Bedeutung.

Fazit

Die Erfahrung aus der Praxis zeigt: Die Wiederherstellbarkeit von Daten ist kein automatisches Ergebnis eines Backups. Sie wird maßgeblich durch Speicherarchitektur, interne Systemlogik und den Zustand der Infrastruktur im Schadensfall bestimmt. Speicherarchitekturen entwickeln sich damit zunehmend zu einem kritischen Risikofaktor für die Datenwiederherstellung – und sollten bereits bei der Backup-Strategie realistisch mitgedacht werden.

(Ende)
Aussender: DATA REVERSE® Datenrettung
Ansprechpartner: Christine Schröder
Tel.: +49 341 392 817 89
E-Mail: presse@datareverse.de
Website: www.datareverse-datenrettung.de
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