Backup ist nicht gleich Zugriff
Warum Wiederherstellbarkeit 2026 architekturabhängig ist
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Interne Speicherarchitektur moderner Flash-Systeme (Foto: RecoveryLab) |
Leipzig (pts011/30.01.2026/10:10)
Datensicherungen gelten weiterhin als zentrales Element moderner IT-Sicherheitsstrategien. In der Analyse realer Schadenfälle zeigt sich jedoch ein wiederkehrendes Spannungsfeld: Backups sind vorhanden, Wiederherstellungen werden technisch angestoßen – und dennoch bleibt der Zugriff auf die Daten aus. Dieses Muster tritt branchenübergreifend auf und betrifft unterschiedlichste IT-Umgebungen.
Aus Sicht von RecoveryLab liegt die Ursache dabei selten in fehlender Vorsorge. Entscheidend ist vielmehr, dass Wiederherstellbarkeit keine Eigenschaft des Backups ist, sondern eine Folge der eingesetzten Speicherarchitektur und ihrer internen logischen Zusammenhänge.
Wenn Daten vorhanden sind, aber ihre Struktur fehlt
In modernen IT-Systemen ist der Zugriff auf Daten nicht allein vom physischen Vorhandensein abhängig. Er setzt funktionierende Zuordnungstabellen, Metadaten, Controller-Logiken und konsistente Systemzustände voraus. Fällt eine dieser Ebenen aus, kann der Zugriff trotz vorhandener Sicherungen scheitern.
SAN-Systeme: Gesicherte Blöcke ohne rekonstruierbare Ordnung
Storage-Area-Networks speichern Daten blockbasiert. Der Zugriff erfolgt über logisch definierte Speicherbereiche, die durch Controller, Mapping-Tabellen und interne Metadaten gesteuert werden.
Kommt es zu Controller-Ausfällen oder Inkonsistenzen innerhalb dieser Strukturen, verlieren die gespeicherten Daten ihren logischen Zusammenhang. Die einzelnen Datenblöcke bleiben zwar physisch erhalten, lassen sich jedoch nicht mehr eindeutig zuordnen.
Backups erfassen in diesen Szenarien häufig den Datenbestand, nicht jedoch die vollständige interne Logik des Systems. Der Zugriff scheitert daher nicht am Fehlen von Daten, sondern daran, dass die strukturelle Ordnung der Daten nicht mehr reproduzierbar ist.
NAS-Systeme: Dateien ohne konsistentes Dateisystem
NAS-Systeme arbeiten dateibasiert und erscheinen Anwendern als zentraler Speicherort für Ordner und Dateien. Technisch basiert dieser Zugriff jedoch auf umfangreichen Metadaten, die Lage, Zustand und Zusammenhänge der Dateien beschreiben.
Werden diese Metadaten beschädigt – etwa durch unterbrochene Schreibprozesse, fehlerhafte Replikationen oder inkonsistente Snapshots –, kann das Dateisystem nicht mehr korrekt eingebunden werden. Die Dateien existieren weiterhin, sind jedoch logisch nicht mehr nutzbar.
Backups liefern in solchen Fällen häufig nur Teilinformationen. Ohne konsistente Metadaten lässt sich der ursprüngliche Dateizusammenhang nicht automatisiert wiederherstellen.
SSD- und Flash-Systeme: Physische Daten ohne Zugriffspfad
Flash-basierte Speicherlösungen und SSDs verwalten Daten über interne Controller-Logiken. Diese steuern unter anderem Wear-Leveling, Datenverteilung und Verschlüsselung. In vielen Systemen sind diese Mechanismen fest mit der Hardware verknüpft.
Gehen diese internen Zuordnungstabellen verloren oder fällt der Controller aus, bleibt der Dateninhalt zwar physisch erhalten, ist jedoch nicht mehr interpretierbar. Ein klassischer Restore kann den notwendigen Zugriffspfad nicht reproduzieren.
Warum Wiederherstellungstests den Ernstfall nicht abbilden
Regelmäßige Tests von Backups sind sinnvoll und notwendig. Sie erfolgen jedoch meist unter stabilen Bedingungen: funktionierende Hardware, konsistente Metadaten, definierte Systemzustände. Reale Schadenfälle unterscheiden sich davon erheblich.
Stromausfälle, Hardwaredefekte oder unterbrochene Schreibprozesse erzeugen Zustände, die im Testbetrieb kaum vollständig simuliert werden. Ein erfolgreich getestetes Backup belegt lediglich, dass ein Restore unter Idealbedingungen funktioniert – nicht jedoch den Zugriff im realen Schadenfall.
Wiederherstellbarkeit als Bewertungsfrage
Scheitern Standard-Wiederherstellungen, wird deutlich, dass Wiederherstellbarkeit keine binäre Eigenschaft ist. Sie ist das Ergebnis technischer Abhängigkeiten, architektureller Entscheidungen und systemischer Grenzen.
Die Analyse solcher Szenarien dient nicht nur der technischen Einordnung, sondern zunehmend auch der Nachvollziehbarkeit: Warum war ein Zugriff nicht möglich? Welche Abhängigkeiten bestanden? Und wo lagen die systembedingten Grenzen der Wiederherstellung?
Diese Fragen gewinnen 2026 weiter an Bedeutung – insbesondere im Kontext von Compliance-Anforderungen, Haftungsfragen und Dokumentationspflichten.
Fazit
Die Praxis zeigt: Ein Backup garantiert nicht automatisch den Zugriff auf Daten. Wiederherstellbarkeit ist abhängig von Speicherarchitektur, interner Logik und dem Zustand der Systeme im Schadenfall.
Datensicherheit endet daher nicht bei der Sicherung von Daten, sondern bei der realistischen Bewertung, ob und unter welchen Bedingungen ein Zugriff im Ernstfall tatsächlich möglich ist.
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