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pte20221007002 Medien/Kommunikation, Technologie/Digitalisierung

Social Web: Betreiber schützen Kinder kaum

Vorwürfe gegen Dienste und Spiele-Plattformen wegen mangelhafter Verifizierungstechnologie


Mädchen am Handy: Soziale Medien versagen beim Jugendschutz (Foto: mirkosajkov, pixabay.com)
Mädchen am Handy: Soziale Medien versagen beim Jugendschutz (Foto: mirkosajkov, pixabay.com)

London/Palo Alto (pte002/07.10.2022/06:05) -

Altersnachweis- und ID-Verifizierungstechnologien für Nutzer von Social-Media-Diensten sind überholungsbedürftig. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Jumio, einem Unternehmen für mobile Online-Zahlungen und Identitätsprüfungen, das Karten- und ID-Scanning- und Validierungsprodukte für mobile und Web-Transaktionen anbietet. Nur 37 Prozent der Befragten sind demnach zuversichtlich, dass Social-Media-Seiten Minderjährige durch digitale ID-Verifizierung vor altersbeschränkten Inhalten schützen.

Priorität Altersüberprüfung

Während 60 Prozent zustimmten, dass Eltern und Erziehungsberechtigte die ultimative Verantwortung für den Schutz ihrer Kinder tragen, sagen 80 Prozent, dass Social-Media-Seiten die Altersüberprüfung zu ihrer obersten Priorität machen sollten. Online-Gaming-, Glücksspiel- und Wettseiten schnitten in der Umfrage ebenfalls schlecht ab, wobei weniger als die Hälfte der Befragten angegeben hat, dass derartige Plattformen Kinder durch Altersüberprüfung angemessen schützen.

Ein drastisches Beispiel für die Gefahren, denen junge Nutzer von sozialen Medien ausgesetzt sind, wurde kürzlich bekannt. Ein Londoner Gerichtsmediziner kam zu dem Schluss, dass Molly Russell, ein 14-jähriges Mädchen, "an einem Akt der Selbstverletzung starb, während es an Depressionen und den negativen Auswirkungen von Online-Inhalten litt", so "The Guardian". Russell hatte auf grafische Inhalte im Zusammenhang mit Suizid zugegriffen, worauf sie monatelang mit ähnlichen Infos überschüttet wurde.

Stake.com unter Beschuss

In der Welt des Glücksspiels gerät Stake.com, ein Unternehmen, das Partnerschaften mit dem Premier-League-Team FC Everton und dem kanadischen Popstar Drake unterhält, unter Beschuss. Angeblich sollen nationale Beschränkungen für Krypto-Glücksspiele und Altersbeschränkungen in Großbritannien umgangen worden sein. Ein Reporter des "Observer" hatte als angeblichen Altersnachweis ein Foto einer Packung Lutschtabletten hochgeladen. Erst nach 48 Stunden wurde das Konto gesperrt.

(Ende)
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