Regenwald-Rodung: Mücken suchen Menschen
Oswaldo Cruz Institute weist am Beispiel Brasilien verstärktes Interesse an Blutherkunft nach
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Naturschutzgebiet: Moskitos suchen sich neue Wirte (Foto: Cecilia Ferreira de Mello) |
Rio de Janeiro (pte017/16.01.2026/10:30)
Vom artenreichen Atlantischen Regenwald an der Küste Brasiliens ist heute nur mehr rund ein Drittel intakt. Moskitos suchen sich daher neue menschliche Opfer, um ihren Durst nach Blut zu stillen. Zu dem Ergebnis kommt das Oswaldo Cruz Institute. Laut Seniorautor Jeronimo Alencar präferieren die im Rest des Regenwaldes eingefangenen Moskitoarten menschliches Blut. Co-Autor Sergio Machado nach erhöht sich so das Risiko der Übertragung von gefährlichen Krankheitserregern.
Sequenzierung der DNA
Mittels Lichtfallen haben die Experten Moskitos in Sítio Recanto Preservar und der Guapiacu River Ecological Reserve eingefangen. Dabei handelt es sich um zwei Naturschutzgebiete im Bundesstaat Rio de Janeiro. Im Labor sind die mit Blut gesättigten weiblichen Moskitos für die Analyse ausgesondert worden.
Vom Blut haben die Wissenschaftler DNA extrahiert und mittels DNA-Sequenzierung auf ein spezifisches Gen untersucht, das bei Wirbeltieren als ein eindeutiger "Barcode" dient. Durch den Vergleich der Barcodes des Blutes mit einer Datenbank haben die Forscher festgestellt, von welchen Tieren die Moskitos Blut gesaugt hatten.
Weibliche Moskitos im Blick
Von den 1.714 eingefangenen Moskitos, die zu 52 Arten gehören, sind 145 weibliche Insekten mit Blut gesättigt. Das von 24 Moskitos aufgenommene Blut ist identifiziert worden. Es stammt von 18 Menschen, einer Amphibie, sechs Vögeln, einem Hund und einer Maus. Manches Blut stammt zudem von mehreren Quellen.
Ein Cq. Venezuelensis hatte bei einer Amphibie und einem Menschen Blut gesaugt. Laut Alencar ist das Verhalten der Moskitos komplex. Die Verfügbarkeit und die Nähe der Nahrungsquellen spielen dabei eine sehr große Rolle. Die aktuellen Forschungsergebnisse sind in "Frontiers in Ecology and Evolution" nachzulesen.
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