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pts20260609012 in Leben

PRVA-Wissenschaftspreis für Arbeit zu Katastrophenkommunikation

Absolvent der Hochschule Burgenland mit dem Franz-Bogner-Wissenschaftspreis des PRVA ausgezeichnet


Eisenstadt (pts012/09.06.2026/10:05)

Florian Schodritz, Absolvent des Masterstudiengangs Digitale Medien und Kommunikation an der Hochschule Burgenland, wurde für seine Masterarbeit mit dem Franz-Bogner-Wissenschaftspreis des PRVA – Public Relations Verband Austria ausgezeichnet. Die prämierte Arbeit widmet sich der Katastrophenkommunikation von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben auf Social Media während des Hochwassers in Niederösterreich im September 2024.

Die flächendeckenden Überschwemmungen aus dem Herbst 2024 sind uns noch deutlich in Erinnerung. Sie hatten dazu geführt, dass das gesamte Bundesland Niederösterreich zum Katastrophengebiet erklärt wurde. In seiner Masterarbeit aus dem Studiengang Digitale Medien und Kommunikation an der Hochschule Burgenland untersuchte Florian Schodritz, wie niederösterreichische Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) soziale Medien in dieser akuten Krisenlage eingesetzt haben. Weiters stellte er die Fragen: Welche Inhalte wurden kommuniziert, welche Strategien kamen zur Anwendung und welche Rolle spielte Social Media für Information, Koordination und öffentliche Wahrnehmung?

Für seine Analyse stützte sich Schodritz auf eine Vollerhebung aller Social-Media-Beiträge ausgewählter BOS auf Facebook, Instagram und TikTok im Zeitraum vom 12. bis 30. September 2024. Ergänzend führte er ein leitfadengestütztes Expert*inneninterview durch.

Die Studienergebnisse im Überblick

  • Die Social-Media-Kommunikation der niederösterreichischen BOS war beim Hochwasser 2024 deutlich professioneller und strategischer als bei früheren Katastrophenlagen.
  • Soziale Medien wurden vor allem zur Information über Einsatzgeschehen und zur Sichtbarmachung der eigenen Arbeit genutzt.
  • Dialogische/ partizipative Formate wie Interaktion oder Crowdsourcing spielten nur eine geringe Rolle.
  • Einige Organisationen nutzten Social Media bereits als zusätzliche Informationsquelle für die Lagebeurteilung.
  • Ein systematisches Social-Media-Monitoring ist bisher nur punktuell etabliert.
  • Zwischen den Organisationen bestehen deutliche Unterschiede in Struktur, Ressourcen und Professionalisierungsgrad.

Die Arbeit empfiehlt den Ausbau von Monitoring, Koordination und partizipativer Kommunikation. Auch fehlen nach wie vor übergreifende Richtlinien und automatisierte Systeme zur koordinierten Analyse nutzergenerierter Inhalte. "Soziale Medien sind im Krisenfall keine kommunikative Einbahnstraße, sondern ein digitaler Schadensraum, der auch wertvolle Lageinformationen liefert", betont Florian Schodritz. "Meine Masterarbeit zeigt jedoch, dass viele Blaulichtorganisationen dort noch in klassischen PR-Mustern agieren. Hier braucht es einen Wandel: Das Finden und Verifizieren einsatzrelevanter Daten oder zum Beispiel die Bekämpfung von Fake News müssen direkt in die operative Einsatzführung einfließen. Nur so können wir die Bevölkerung nicht nur informieren, sondern im Sinne einer modernen Partizipation aktiv in die Krisenbewältigung einbinden."

"Die Auszeichnung zeigt, wie relevant und aktuell die intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit digitaler Kommunikation an Hochschulen wie unserer ist", betont Michael Roither, Leiter des Masterstudiengangs Digitale Medien und Kommunikation. "Die Arbeit von Florian Schodritz analysiert fachkundig und stiftet großen Nutzen für die Kommunikationspraxis."

Schodritz: "Dass ich diese Dynamik so praxisnah durchleuchten konnte, verdanke ich dem Studiengang Digitale Medien und Kommunikation an der Hochschule Burgenland. Die Ausbildung am Puls der Zeit liefert genau das notwendige Rüstzeug für solche komplexen Forschungsaufgaben."

Mit dem Franz-Bogner-Wissenschaftspreis des PRVA werden jährlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich Public Relations und Kommunikation ausgezeichnet. Der PRVA – Public Relations Verband Austria ist der österreichische Berufsverband für PR- und Kommunikationsfachleute. "Der erste Platz für Florian Schodritz freut mich als Betreuerin seiner Masterarbeit ganz besonders. Die Arbeit greift nicht nur eine bisher wenig erforschte Fragestellung auf, sondern zeigt auch, welche Chancen und Risken damit verbunden sind. Die Masterarbeit liefert strukturierte Erkenntnisse mit hoher Praxisrelevanz", erklärt Sabine Fichtinger in ihrer Funktion als Juryvorsitzende des Wissenschaftlichen Senats des PRVA. Studiengangsleiter Roither: "Die diesjährige Auszeichnung reiht sich nahtlos in vergangene von Studierenden des Studiengangs ein und zeigt einmal mehr, wie gut die Masterarbeiten der Hochschule Burgenland im Vergleich bestehen."

Zum Autor
Florian Schodritz (geboren 1985) absolvierte einen Bachelorstudiengang in Informatik an der Hochschule Burgenland, einen Masterstudiengang in Multimedia und Softwareentwicklung an der FH Technikum Wien und einen weiteren Master für Digitale Medien und Kommunikation an der Hochschule Burgenland. Nach beruflichen Stationen im Bankensektor und bei Kapsch begann er 2019 seine Laufbahn beim Roten Kreuz Niederösterreich. Dort zeichnet er für den Bereich Digital Media verantwortlich und wurde 2026 unter anderem mit dem Ö3-Podcast-Award für den Podcast "Am Berufungsort" ausgezeichnet.

Über die Hochschule Burgenland
Die Hochschule Burgenland bietet derzeit an zwei Studienzentren in Eisenstadt und Pinkafeld 32 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Aktuell studieren 7.047 ordentlich und außerordentlich Studierende in vier Departments, nämlich Energie & Umwelt, Gesundheit & Soziales, Informationstechnologie und Wirtschaft, sowie in Hochschullehrgängen der akademischen Weiterbildung. Mehr Informationen unter www.hochschule-burgenland.at.

(Ende)
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