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pts20150924019 Politik/Recht, Kultur/Lifestyle

PEN-Club: Omar Hazek aus der Haft entlassen

Österreichisches Writers-in-Prison-Komitee mit Intervention erfolgreich


Dichter Omar Hazek freigelassen (© http://arablit.org/)
Dichter Omar Hazek freigelassen (© http://arablit.org/)

Wien (pts019/24.09.2015/13:30) - Der ägyptische Schriftsteller Omar Hazek, Ehrenmitglied des Österreichischen PEN-Clubs, ist in der Nacht auf Donnerstag aus der Haft entlassen worden. "Wir sind tief bewegt und voller Freude, dass der Lyriker und Romancier seine Freiheit zurückgewonnen hat", erklärte der Beauftragte des Writers in Prison-Committees Austria, Wolfgang Martin Roth in einer ersten Reaktion. "Die außerordentlichen Bemühungen des PEN International, aber auch des österreichischen Writers-in-Prison-Komitees haben dazu beigetragen, dass dieser Fall eine besondere Sichtbarkeit erhielt, die Ägyptens Regierung nicht mehr ignorieren konnte."

Der PEN-Club Austria hat durch Interventionen in der Wiener Botschaft der Arabischen Republik Ägypten, der österreichischen Botschaft in Kairo und im Büro für Menschenrechte im hiesigen Außenministerium auf den Fall aufmerksam gemacht. Der Brief der Ernennung zum Ehrenmitglied fand in ägyptischen Zeitschriften und Internetmedien großes Echo und wurde mehrfach abgedruckt. "Wir begrüßen diese und die damit verbundene Freilassung von weiteren 99 Gefangenen (überwiegend Journalist/innen und Oppositionelle) und erwarten weitergehende Maßnahmen in diese Richtung", so der PEN-Club in Wien.

"Wir weisen aber darauf hin, dass ein weiteres Ehrenmitglied des Österreichischen PEN-Clubs, der Blogger Alaa Abd El Fattah, sich immer noch in ägyptischer Haft befindet, verurteilt zu fünf Jahren. Wir fordern auch seine sofortige Freilassung!", sagt Helmuth A. Niederle, Präsident des Österreichischen PEN.

Bekannter Autor aus Alexandria

Omar Hazek (37), Angestellter der Bibliothek von Alexandria, wurde 2013 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er an einer nicht genehmigten Demonstration vor dem Gericht teilgenommen hatte, in dem die Verhandlung gegen die Geheimdienst-Mörder des Bloggers Chalid Said geführt wurde. Er war zuerst mit 23 Mitgefangenen in eine 20m2-Zelle gesteckt worden, nach seiner Verlegung sogar in einen Raum mit 45 Gefangenen. Nach der Verurteilung wurde er zudem gekündigt. Sein Fall wird in Teilen der ägyptischen Öffentlichkeit als exemplarisch für den Kampf um Meinungsfreiheit angesehen.

Die Drucklegung der deutschsprachigen Übersetzung einer Auswahl seiner Texte wird vom Writers-in-Prison-Komitee vorbereitet und erscheint Ende des Jahres in der "edition pen" im Löcker Verlag. Im Gefängnis schrieb er einen Roman und öffentliche Briefe, die auch ins Englische übersetzt wurden. In einem seiner Briefe heißt es: "Ah, die Sonne kommt jetzt heraus, nähert sich unseren Zellen. [...] Ich bin optimistisch, dass junge Männer und Frauen wie Ihr alle, es den Tyrannen und Unterdrückern nicht erlauben werden, das Herz dieser Nation zu verwunden."

Information:
Wolfgang Martin Roth, Beauftragter, Writers in Prison Komitee (wolfgang.martin.roth@gmail.com), Helmuth A. Niederle, PEN-Club Austria (info@penclub.at), Tel. +43 (0) 680-3028107, E-Mail: info@penclub.at

(Ende)
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