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Neue Ausstellung "Gott erhalte Franz den Kaiser"


Wien (pts028/15.03.2010/14:46) - Kaiser Franz II./I. - da stimmt doch etwas nicht. Tatsächlich resultiert diese "Verdrehung" der Zahlen aus einer Zeit, in der die Welt - oder zumindest Europa - auf dem Kopf stand. Die Französische Revolution und Napoleon, blutige Kriege und brüchige Friedensschlüsse, die Restauration und nationale wie liberale Strömungen, Haydn und das Biedermeier - all das und mehr prägten die Ära von Kaiser Franz (1768-1835). Dem letzten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, zugleich erster Kaiser von Österreich, ist vom 16. März bis 13. August 2010 die neue Ausstellung der Münze Österreich gewidmet.

Die neue Ausstellung
Wie war das nun mit Kaiser Franz II./I.? Franz Joseph Karl aus dem Haus Habsburg-Lothringen war von 1792 bis 1806 als Franz II. der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Napoleon zwang ihn zur Niederlegung der Krone und führte damit das Erlöschen des Heiligen Römischen Reiches herbei. Von 1804 bis 1835 trug der Monarch als Franz I. den Titel eines Kaisers von Österreich. Zwei Jahre lang behielt er beide Titel - eben als Kaiser Franz II./I.

Wie mit ihren Münzen möchte die Münze Österreich mit ihren Ausstellungen Wissen unbeschwert, attraktiv und kurzweilig anbieten. Es geht weniger um Details als um ein Verstehen der Zusammenhänge und um das (Be-)Greifbar-Machen der Menschen ihrer Zeit. Rund 140 Exponate leiten durch Ära und Regentschaft des Monarchen. Die Liste der Akteure liest sich wie das "Who ist who" der europäischen Geschichte. Sie alle sind etwa durch eigenhändige Schriften, offizielle wie persönliche Dokumente und Abbildungen vertreten. Das gilt neben Kaiser Franz selbst für Napoleon Bonaparte, Staatskanzler Metternich, Erzherzog Johann bis hin zu Andreas Hofer und Joseph Haydn.

Zu sehen sind etwa Briefwechsel des Kaisers und Metternich, eine Botschaft von Andreas Hofer an Erzherzog Johann oder jenes Schreiben, mit dem Napoleon um die Hand von Kaiser Franz' Tochter Erzherzogin Marie Louise anhielt. In diese Zeit fallen aber auch vertraute "Highlights" des Geschichte-Unterrichts, wie die Französische Revolution, Aufstieg und Fall Napoleons, das Drama von Marie Antoinette, der Tiroler Freiheitskampf bis hin zum Wiener Kongress, wo Kaiser Franz und Metternich Europa zu Gast hatten. Neben den "Großen" von damals geht es auch um die vielen unbekannten Schicksale, die von den Geschehnissen ihrer Zeit geprägt waren - etwa um die Soldaten dieser konfliktreichen Ära.

Eine neue Münzprägestätte in Wien
Von Bedeutung ist Kaiser Franz auch für die Münze Österreich selbst. Eine der letzten Entschließungen des Kaisers war die Errichtung einer neuen Prägestätte in Wien. Der damalige Standort, das Winterpalais des Prinzen Eugen in der Himmelpfortgasse, so wie heute Sitz des Ministeriums für Finanzen, war zu klein geworden. In der Ausstellung zu sehen ist daher auch die kaiserliche Entschließung vom 7. November 1834 betreffend der Errichtung des neuen Münzhauses. "Ich genehmige die Erbauung eines neuen Münzamt Strecks- und Schlämmwerks¬gebäudes auf dem angetragenen Platze am linken Ufer des Neustädter Kanals." Gemeint war damit die jetzige Adresse "Am Heumarkt 1" und jenes Gebäude, das heute die Münze Österreich und mit ihr die neue Ausstellung beherbergt.

Katalog und Termine der Ausstellung:
Die Beschreibung der Schaustücke sowie eine umfassende Dokumentation des Lebens der Ära von Kaiser Franz finden sich im kostenlos aufliegenden Ausstellungskatalog. Der Katalog liegt in deutscher Sprache vor, eine englische Fassung ist in Vorbereitung. Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Österreichischen Staatsarchiv statt.

Geöffnet ist "Gott erhalte..." vom 16. März bis 13. August 2010, werktags, Montag bis Freitag von 9:00 bis 16:00 - Mittwoch bis 18:00 - in der Münze Österreich, Am Heumarkt 1, 1030 Wien. Eintritt und Katalog sind kostenlos.

(Ende)
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