pts20160303017 Forschung/Entwicklung, Produkte/Innovationen

Schweiz mit den meisten Patentanmeldungen pro Einwohner beim Europäischen Patentamt


Brüssel (pts017/03.03.2016/11:00) * Patentanmeldungen aus der Schweiz beim Europäischen Patentamt steigen um 2.6%
* Neuer Höchststand mit über 7 000 Patentanmeldungen
* Nach Rückgang steigen Schweizer Anmeldungen zweites Jahr in Folge
* Roche neu an der Spitze der Anmelder aus der Schweiz
* Mit ETH und EPFL zwei Hochschulen unter den Schweizer Top 20
* Kantone Zürich, Waadt und Basel-Stadt mit den meisten Anmeldungen

Die Patentanmeldungen aus der Schweiz beim Europäischen Patentamt sind 2015 um 2.6% auf einen neuen Höchststand von 7 066 gestiegen. Nach der Stagnation von 2013 nahmen die Anmeldungen damit das zweite Jahr in Folge weiter zu und lagen auch deutlich über dem Wachstum der Staaten der Europäischen Patentorganisation. (siehe Abbildung 1: Entwicklung der Schweizer Patentanmeldungen)

Die Schweiz war 2015 wiederum das Land mit den meisten Patentanmeldungen je Einwohner. Mit 873 (Vorjahr 848) Patentanmeldungen pro Million Einwohner blieb sie die klare Nr. 1 in Europa, mit grossem Abstand vor den Niederlanden (420), Schweden (392), Finnland (365), Dänemark (345) und Deutschland (307). Der EU-28 Durchschnittswert lag 2015 bei 132 Anmeldungen pro eine Million Einwohner. (siehe Abbildung 2: Europäische Patentanmeldungen pro Million Einwohner)

Die Gesamtzahl der Patentanmeldungen beim EPA stieg 2015 auf 160 000 (2014: 153 000, +4.8%). (siehe Abbildung 3: Zunahme der Patentanmeldungen). Wachstumstreiber waren vor allem die USA (16.4% Steigerung der Anmeldungen) und China (+22.2%). Die Zahl der Anmeldungen aus den 38 Mitgliedsländern des EPA blieb nahezu unverändert (+0.7%). Die grössten Anmeldestaaten waren die USA, Deutschland, Japan, Frankreich und die Niederlande, die sich knapp vor der Schweiz positionierten. Die Schweiz befand sich auf Platz sechs. (siehe Abbildung 4: Ursprung der Patentanmeldung)

"Das starke Wachstum der europäischen Patentanmeldungen verdeutlicht einmal mehr die Rolle Europas als attraktiver Technologiemarkt und Innovationsstandort für Erfinder aus aller Welt", sagte EPA-Präsident Benoît Battistelli. "Es widerspiegelt auch das Interesse von Unternehmern und Erfindern an qualitativ hochwertigem Patentschutz für den europäischen Markt." Battistelli weiter: "Trotz des beeindruckenden Wachstums der aussereuropäischen Anmeldungen haben die europäischen Unternehmen ihre positive Bilanz bei der Anmeldung ihrer Patente in den anderen Regionen bestätigt. Dies unterstreicht das innovative Potenzial der europäischen Wirtschaft." (siehe Abbildung 5: Strom der Patentanmeldungen zwischen dem EPA und IP5-Staaten)

Roche neu auf Platz 1 der Schweizer Patentanmelder

Dank einer Steigerung von 80% bei den Patentanmeldungen war Roche der grösste Schweizer Patentanmelder beim EPA in 2015 (644 Anmeldungen) und löste dort ABB ab, welche in den Vorjahren jeweils Spitzenreiterin gewesen war. Dank einer Steigerung von 25% bei Patentanmeldungen erreichte ABB Platz 2 (563 Anmeldungen), gefolgt von Nestlé (410), die weniger Patente als 2014 anmeldete, und Novartis (369). Unter den Top 20 Schweizer Anmeldern waren auch zwei Universitäten: die ETH Zürich (79) und die EPFL École polytechnique fédérale de Lausanne (55). (siehe Abbildung 6: Die grössten Patentanmelder aus der Schweiz 2015)

Kanton Zürich Nr. 1 unter den Kantonen

Bei den Patentanmeldungen nach Kantonen liegt der Kanton Zürich auf Platz 1, mit einem Anteil von 18.4%, gefolgt vom Kanton Waadt (14.2%) und Basel-Stadt (13.4%). Die drei Kantone vereinen somit 46% des Patentaufkommens in der Schweiz auf sich. Auf Platz 4 liegt Neuchâtel mit 7.4%, auf Platz 5 der Kanton Aargau mit 7.0%.

Medizintechnik mit stärkstem Wachstum

Unter den zehn wichtigsten Technologiefeldern gab es in der Schweiz das stärkste Wachstum bei den Anmeldungen in der Medizintechnik (+22%). Gemessen an der Zahl der Patentanmeldungen waren die drei aktivsten Technologiefelder der Schweiz die Messtechnik (10% aller Patentanmeldungen aus der Schweiz), die organische Chemie (8%), und die Medizintechnik (8%, gegenüber 6% im Vorjahr).

Novartis, Roche, ABB mit Spitzenpositionen

In den zehn aktivsten Technologiefeldern beim EPA belegten Novartis, Roche und ABB auch im weltweiten Vergleich Spitzenpositionen. In der Energietechnik war ABB nach Philips und Siemens der drittgrösste Anmelder (Platz 4 im Vorjahr). Novartis war die Nr. 2 bei Patentanmeldungen im Bereich pharmazeutische Produkte (hinter Merck&Co. aus den USA), und Roche die Nr. 2 in Biotechnologie (hinter DSM). Auf dem Gebiet organische Chemie belegte Roche Platz 3 (Vorjahr Platz 5).

Europa mit differenziertem Bild auf Länderebene

In Europa gab es 2015 auf Länderebene grosse Unterschiede: Italien und Spanien konnten den Negativtrend bei den Patentanmeldungen der letzten Jahre umkehren und wuchsen wieder (Italien +9%, Spanien +3.8%). Belgien (+5.9%), Grossbritannien (+5.7%) und die Niederlande (+3.3%) setzten ihr Wachstum fort. Einige Länder verharrten mehr oder weniger auf dem Vorjahresstand: Frankreich (+1.6%), Österreich (+1.4%), Schweden (-0.9%), während das Anmeldeaufkommen aus anderen schrumpfte, so in Dänemark (-2.7%), Deutschland (-3.2%) und Finnland (-8.3%). (siehe Abbildung 7: Die 50 größten Anmeldeländer)

Philips neue Nr. 1 im Unternehmensranking

Im Ranking der zehn anmeldestärksten Firmen beim EPA rückte Philips auf den ersten Rang vor, Samsung fiel auf Platz 2 zurück. Weiter folgen LG (3), Huawei (4) und Siemens (5). Von den Top 10-Unternehmen kamen vier aus Europa, drei aus den USA, zwei aus Korea und eines aus China. (siehe Abbildung 8: Die zehn größten Patentanmelder 2015)

Über das EPA
Das Europäische Patentamt (EPA) ist mit rund 7 000 Mitarbeitern eine der größten europäischen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes. Der Hauptsitz ist in München; Niederlassungen gibt es in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien. Das EPA wurde gegründet, um die Zusammenarbeit europäischer Staaten im Patentwesen zu fördern. Über das zentrale Erteilungsverfahren beim EPA können Erfinder mittels einer einzigen europäischen Patentanmeldung Patentschutz in einigen oder allen EPA-Mitgliedsstaaten erlangen.

Pressekontakt:
Europäisches Patentamt
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Direktorin Externe Kommunikation
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E-Mail: jmittermaier@epo.org

Rainer Osterwalder
Pressesprecher
Tel.: +49 89 23 99 1820
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Shepard Fox Communications
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Mobil: +41 78 714 8010
E-Mail: axel.schafmeister@shepard-fox.com

Statistiken (Downloads):
Abbildung 1: Entwicklung der Schweizer Patentanmeldungen
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Abbildung 2: Europäische Patentanmeldungen pro Million Einwohner
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Abbildung 3: Zunahme der Patentanmeldungen
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Abbildung 4: Ursprung der Patentanmeldungen
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Abbildung 5: Strom der Patentanmeldungen zwischen dem EPA und IP5-Staaten
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Abbildung 6: Die grössten Patentanmelder aus der Schweiz 2015
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Abbildung 7: Die 50 größten Anmeldeländer
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Abbildung 8: Die zehn größten Patentanmelder 2015
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(Ende)
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Ansprechpartner: Ophélie Lasnier
Tel.: +41 44 252 07 08
E-Mail: ophelie.lasnier@shepard-fox.com
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