pte20260324001 in Business

Überdurchschnittlich viele Österreich-Patente

Laut "Technology Dashboard 2025" der EPA rangiert Alpenrepublik innerhalb der EU auf Platz 10


Österreichische Patenturkunde: Alpenrepublik behauptet sich im EPA-Ranking (Bild: ChatGPT/Dall-E)
Österreichische Patenturkunde: Alpenrepublik behauptet sich im EPA-Ranking (Bild: ChatGPT/Dall-E)

München (pte001/24.03.2026/00:02)

Laut dem pressetext vorab vorliegenden "Technology Dashboard 2025" des Europäischen Patentamts (EPA) haben Erfinder aus Österreich im vergangenen Jahr 2.253 Patentanmeldungen eingereicht - gegenüber 2024 ein Anstieg um fünf Prozent. "Die Alpenrepublik liegt damit deutlich über dem EU- und dem weltweiten Durchschnitt", so Nellie Simon, Vizepräsidentin Allgemeine Dienste des EPA, im Gespräch mit pressetext.

Erstmals über 200.000 Patente

Die Zahlen markieren zugleich eine Rückkehr zum Wachstum nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren des Rückgangs. Laut Simon unterstreichen sie weiterhin die starke Innovationsleistung Österreichs im Verhältnis zu seiner Größe. Krisen dürften daher als Chancen begriffen werden: "Phasen der Disruption können sich durchaus positiv auswirken, da Unternehmen in die Entwicklung und den Schutz ihrer Erfindungen investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben."

Laut dem Dashboard hat das EPA 2025 die Rekordzahl von 201.974 Patentanmeldungen erhalten - gegenüber 2014 ein leichter Anstieg um 1,4 Prozent. Die Anmeldungen aus Europa, einschließlich aller 39 EPA-Mitgliedstaaten stiegen um 0,4 Prozent (EU27: plus 0,7 Prozent), während die Anmeldungen aus Ländern außerhalb Europas um 2,1 Prozent zunahmen. Patentanmeldungen gelten als Frühindikator für Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Unter den österreichischen EPA-Anmeldern liegt Borealis 2025 mit 173 Anmeldungen erneut an der Spitze. Es folgen Voestalpine (85), Julius Blum (73), Tridonic (62) und AMS-Osram (43). Voestalpine rückt auf den zweiten Platz vor, während AMS-Osram und AT&S in die Top 10 aufgestiegen sind. Viele der führenden österreichischen Anmelder sind in den Bereichen Advanced Manufacturing, Industriemaschinen, Energielösungen und Elektronik tätig.

Nur ein moderates Wachstum

Österreich rangiert unter allen Herkunftsländern für europäische Patentanmeldungen auf Platz 16 und innerhalb der EU auf Platz 10. Pro Kopf liegt Österreich mit 245 Anmeldungen pro eine Mio. Einwohner weltweit auf Platz 8 und bestätigt damit seine hohe Innovationsleistung im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße. Innerhalb Europas ist Österreich neben Finnland (plus 44 Prozent), Dänemark (plus 5,2 Prozent) und Spanien (plus 2,9 Prozent) eines der wenigen mittelgroßen oder größeren Patentländer, die 2025 ein Wachstum verzeichneten.

"Wir beobachten regelmäßig einen Anstieg von Patentanmeldungen im Bereich Energieeffizienz und erneuerbarer Energien, wenn die Preise für fossile Energieträger steigen", sagt Simon gegenüber pressetext. Ob dies auch mit Blick auf die aktuelle Lage des Iran-Krieges, drohender Wirtschaftseinbrüche und damit verbundener Einsparungen bei den Unternehmen und ihren F&E-Abteilungen einhergeht, bleibt freilich abzuwarten, wie pressetext berichtete.

Trotz der positiven Zahlen für 2025: Was das relative Wachstum betrifft, ist Österreich seit 2016 nur um 11,3 Prozent gewachsen, was unter dem Durchschnitt des EPA (plus 13,9 Prozent) und dem weltweiten Mittel (plus 27 Prozent) liegt. Simon sieht einen "längerfristigen strukturellen Wandel in der globalen Innovationslandschaft" - angetrieben vom Wachstum vor allem in digitalen Technologien (KI) wie Computertechnik und Kommunikation (6G).

Maschinen, Materialien, Medizin

Österreichs führender Technologiebereich im Jahr 2025 war laut dem aktuellen Dashboard erneut Elektrische Maschinen, Apparate und Energie mit 223 Anmeldungen, gefolgt von Bauwesen (157), Sonstige Spezialmaschinen (155), Fördertechnik (145) und Transport (129). Elektrische Maschinen sind zwar nach wie vor Österreichs größter Bereich, doch gingen die Anmeldungen hier um 19,2 Prozent zurück.

Zu den Sektoren mit starkem Wachstum bei den Patentanmeldungen aus Österreich 2025 gehören: Sonstige Spezialmaschinen (plus 37,2 Prozent, darunter 3D-Druckmaschinen und verschiedene Produktionswerkzeuge), Messtechnologien (plus 34,2 Prozent, darunter Sensortechnologien), Werkstoffe und Metallurgie (plus 32,1 Prozent), Medizintechnik (plus 27,7 Prozent) sowie Fördertechnik (plus 20,8 Prozent, darunter Verpackungstechnologien).

Wien führt 2025 mit 550 europäischen Patentanmeldungen, was fast einem Viertel aller österreichischen Anmeldungen (24,4 Prozent) entspricht und einen Anstieg von 3,6 Prozent gegenüber 2024 darstellt. Oberösterreich folgt mit 449 Anmeldungen (plus 10,6 Prozent) vor der Steiermark (352; plus 5,4 Prozent) und Vorarlberg (302; plus 12,3 Prozent). Zusammen entfallen auf diese vier Regionen fast drei Viertel aller Anmeldungen aus Österreich. Neben weiteren Zuwächsein den anderen Bundesländern ist Kärnten um 44,8 Prozent rückläufig.

(Ende)
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