Australien zwingt Multis zu mehr Steuertransparenz
Regierung will mehr Klarheit - "Profit-Shifting" als globales Problem
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Opernhaus in Sydney: Politik will Transparenz (Foto: pixelio.de/Dieter Schütz) |
Canberra/Wien (pte002/04.04.2013/06:05) Die australische Regierung will multinationale Großkonzerne wie Google oder Apple dazu verpflichten, ihre fiskalen Vereinbarungen zu veröffentlichen, um somit die Umgehung von steuerlichen Abgaben zu erschweren. Betroffen davon sind Unternehmen mit Jahreseinnahmen von über 100 australischen Dollar (81,4 Mio. Euro). In einer stetig globaler und grenzenloser werdenden Wirtschaft zahlen große Unternehmen vielerorts keine Steuern obwohl sie dort große Niederlassungen unterhalten. Dieses Problem des "Profit-Shifting" werde bereits unter den G20-Nationen auf internationaler Eben diskutiert, so Premierministerin Julia Gillard.
"Anpassungsbedarf gegeben"
Vor allem Internet-Unternehmen stellen hier ein Problem dar. "Das IT-Business kann durch das derzeitige Steuerrecht nicht vollständig abgedeckt werden", betont Margit Widinski, Tax-Partner bei BDO Austria http://bdo.at , im Gespräch mit pressetext. Hier bestehe Handlungs- und Anpassungsbedarf. Ansonsten verfügen Staaten über einige Instrumente, um ungerechtfertigte Gewinnverschiebungen zu unterbinden, wie beispielsweise die Verrechnungspreisrichtlinie.
"Das soll kein Ratespiel sein", erklärt Australiens Vize-Schatzmeister David Bradbury im Zuge der Bekanntgabe des Plans. Die Regierung wolle die Transparenz verbessern bei der Frage, wie viel Steuern Großkonzerne zahlen. "Wir wollen sichergehen, dass multinationale Unternehmen ihren gerechten Anteil zahlen", so Bradbury. Ähnliche Probleme haben auch zahlreiche andere Länder. Facebook hat beispielsweise seinen Europa-Sitz in Irland, wo die Unternehmenssteuer bei nur 12,5 Prozent liegt. Jene in Australien beträgt 30 Prozent.
Premierministerin will Schlupflöcher stopfen
Die konservative Opposition will die Maßnahmen erweitern und weitere steuerliche Schlupflöcher stopfen, wie zum Beispiel die Begünstigung von Internet-Firmen bei Online-Verkäufen. Damit könnten jährlich mehr als eine Mrd. australische Dollar eingenommen werden. Die Abstimmung findet nach dem Budgetbeschluss statt, der für 14. Mai anberaumt ist. Premierministerin Gillard und ihre Labour-Minderheitsregierung ist dabei auf die Unterstützung einer Handvoll freier Mandatare und Grüner angewiesen.
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