pte20100521021 in Business

Sparzwang würgt Kaufkraft der Griechen ab

Schuldenstaat im Teufelskreislauf - Einzelhandel vor mageren Zeiten


Kaufkraft der Griechen sinkt um über fünf Prozent (Foto: pixelio.de, 110stefan)
Kaufkraft der Griechen sinkt um über fünf Prozent (Foto: pixelio.de, 110stefan)

Wien/Athen (pte021/21.05.2010/13:40) Der Schuldensumpf in Griechenland führt den angeschlagenen Staat und seine Wirtschaft geradewegs ins nächste Dilemma. Aufgrund der akut notwendig gewordenen Sparmaßnahmen leidet die Kaufkraft der Bevölkerung massiv, wie die Marktforscher von RegioData Research http://www.regiodata.eu aufzeigen. Die aktuelle Krise nimmt damit direkten Einfluss auf den einzelnen Verbraucher und entwickelt sich zur Misere für den Handel. Auf eine Erholung müssen die Griechen im Vergleich zu bisherigen Flauten deutlich länger warten.

"Schon im Vorjahr ist die Kaufkraft der Griechen im Zuge der Wirtschaftskrise um zwei bis drei Prozent geschrumpft", sagt RegioData-Marketingleiter Mark Ruhsam im Gespräch mit pressetext. In diesem Jahr werde sie um weitere 5,7 Prozent sinken. "Der Wert entspricht etwa 600 Euro pro Kopf und Jahr. 600 Euro haben oder nicht haben ist viel", betont der Experte. Für den wirtschaftlichen Aufschwung wäre ein starker Konsum ein wichtiger Motor. Mit Ausgaben halten sich die Griechen derzeit jedoch zurück.

Krise dauert länger

Die Sparmaßnahmen, etwa die Kürzung von Urlaubs-, Oster- und Weihnachtsgeldern, haben zu starken Einbußen bei Arbeitnehmern und Pensionisten geführt. Über 40 Prozent ihrer Ausgaben fließen in den kurzfristigen und alltäglichen Bedarf wie Lebensmittel. Bei mittel- und langfristigen Ausgaben wird hingegen gespart. Die Einzelhandelsumsätze werden Prognosen zufolge daher weiter zurückgehen. "Krisen haben bisher immer zu einem Rückgang der Kaufkraft über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren geführt", so Ruhsam. Eine Erholung sei zur Zeit aber frühestens 2013 abzusehen.

Zwischen 1990 und 2008 hat die Kaufkraft der Griechen nach RegioData-Angaben um 80 Prozent zugelegt. Erst die Finanzkrise stoppte den Aufwärtstrend. "Die Basis des Wachstums war niedrig und der nunmehr kräftige Rückgang belastet stark", meint Ruhsam gegenüber pressetext. Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 11.300 Euro liegt Griechenland europaweit aktuell auf Rang 17. Dabei ist der Einzelhandelsumsatz mit Gütern des langfristigen Bedarfs schon 2009 um bis zu 14 Prozent eingebrochen. Anbieter entsprechender Produkte, etwa Möbel- oder Elektrogerätehändler, sollten sich auf weitere Rückgänge einstellen.

(Ende)
Aussender: pressetext.austria
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