pts20080623035 Technologie/Digitalisierung, Medien/Kommunikation

Oberfeld-Klage: Umweltmediziner ignoriert Fakten

Oberfeld-Studie ist unverantwortlicher Umgang mit dem Schicksal von Menschen


Wien (pts035/23.06.2008/15:47) Im Klagsverfahren gegen Dr. Gerd Oberfeld auf Widerruf der Krebsstudie zu einer nicht-existenten C-Netz-Anlage in Hausmannstätten erfolgte heute am 1. Verhandlungstag die Beweisaufnahme am Salzburger Landesgericht. Aus Sicht des Geschäftsführers des Forum Mobilkommunikation (FMK), Maximilian Maier, ist aber nur ein Ergebnis denkbar: "Alle Beweise und Aufzeichnungen zeigen, dass am Standort Hausmannstätten nie eine C-Netz-Station bestanden hat." Insofern kann auch kein Zusammenhang mit etwaig vermehrten Krebsfällen vorliegen. Der Widerruf und die Unterlassung der weiteren Verbreitung der "falschen" Krebsstudie und ihrer Ergebnisse, die Fakten ignoriert, sind somit die einzig mögliche Konsequenz dieser unverantwortlichen Mobilfunk-Panikmache zu begegnen. Seitens der Mobilfunkbetreiber wird eine seriöse, verantwortungsvolle Mobilfunkforschung, mit nachvollziehbaren, wissenschaftlichen Qualitätskriterien gefordert.

Auch Luftbild vom Wählamt aus dem Jahr 1989 beweist: Keine Anlage
"Mit genaueren und sorgfältigeren Recherchen hätte Dr. Oberfeld rasch herausfinden müssen, dass es in Hausmannstätten nie eine C-Netz-Station gab", sagt Maier. "Hörensagen und Vermutungen reichen für wissenschaftliche Arbeiten nicht aus", betont er und verweist auf die vorgelegten massiven Beweise der mobilkom austria, wie die detaillierten historischen Aufzeichnungen der Post- und Telegraphendirektion, die eidesstattlichen Erklärungen von sachverständigen Zeitzeugen sowie die amtliche Chronologie dieses Standortes (Wählamtsmappe). Diese Faktenlage wurde auch bereits vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie offiziell bestätigt. "Mit dem nunmehr vorgelegten, beglaubigten Luftbild, dass das Dach des Wählamtes Hausmannstätten - ohne C-Netz-Station - im Jahr 1989 zeigt, können aber hoffentlich die letzten Skeptiker überzeugt werden", erklärt Maier den schlagenden Beweis.

Krebs auf nichtexistente Anlage zurückzuführen ist ein unverantwortlicher Umgang mit dem Schicksal von Menschen
Der FMK-Geschäftsführer kritisiert: "Krebs auf eine nicht-existente Mobilfunkanlage zurückzuführen lässt jegliche objektive und sorgfältige Herangehensweise vermissen und hat leider auch negative Auswirkungen auf die Mobilfunk-Diskussion." Die vorliegende Krebsuntersuchung ist ja nur die jüngste von mehreren fragwürdigen Arbeiten, Aussagen und Herangehensweisen, die allesamt unter der Vorausverurteilung der Technologie stehen und rein auf die Abschaffung des Mobilfunks abzielen. Trotz der erbrachten Belege für das Fehlen einer C-Netz-Anlage am Standort Hausmannstätten ignoriert Dr. Oberfeld weiterhin die Fakten beharrlich und hört nicht auf, seine an Anschuldigungen grenzenden Aussagen beständig zu verbreiten. "Das rechtsanwaltliche Einschreiten ist somit unausweichlich gewesen. Letztendlich geht es aber darum, die Diskussion wieder zu versachlichen. Wissenschaft muss jegliche Freiheit haben, aber sie darf nicht frei von Fakten sein", erklärt Maier die Klage gegen den Salzburger Umweltmediziner und Referenten der österreichischen Ärztekammer.

"Offensichtlich sind ihm die Tragweite seiner voreingenommen Arbeiten und seine Verantwortung sowie seine erhöhte Sorgfaltspflicht nicht bewusst", so Maier. Die für die öffentliche Gesundheit Verantwortlichen dürfen diesen weiteren "Supergau der österreichischen Forschung" nicht länger negieren und dazu schweigen. Eine Studie im Auftrag des Landes Steiermark, mit Steuermitteln finanziert, müsste zumindest grundlegende Qualitätskriterien erfüllen und jedenfalls einer wissenschaftlichen Prüfung standhalten können. "Es kann nicht sein, dass einzelne Akteure die österreichische Gesundheitsdiskussion derart beeinflussen und dies immer folgenlos bleibt", ist Maier über die wiederholte unsachliche Vorgangsweise bestürzt. "Den Menschen aus Hausmannstätten und Vasoldsberg wurde vorgemacht, die Ursache für die Krebsfälle und deren Leid ausgeforscht zu haben. Das stellt einen unverantwortlichen Umgang mit dem Schicksal von Menschen dar", begründet der Branchenvertreter seine Aufregung.

Oberfeld-Studie ist Beleg dafür, dass diese Herangehensweise zu falschen Ergebnissen führt
"Die Herangehensweise Dr. Oberfelds war und ist nicht unvoreingenommen und keineswegs unabhängig" kritisiert das FMK. "Mit dieser sehr freien Auffassung von Recherche und der eingesetzten Methode kann alles für Krebs verantwortlich gemacht werden", so Maier weiters. "Es ist auch höchste Zeit, mit dem Mythos des Salzburger Milli- oder gar Mikrowatts aufzuräumen." Denn zum einen zeigt etwa ein aktuelles Gutachten von ARC Seibersdorf, dass das von Dr. Oberfeld für seine Funknetzplanung in Gemeinden eingesetzte Simulationstool für elektromagnetischer Felder, Nirview, nur sehr begrenzte Aussagekraft hat. So reicht die Schwankungsbreite für Nirview Simulationen innerhalb von Gebäuden - verglichen mit einer normgerechten Immissionsmessung - bis zum Faktor 1000. Zum anderen weisen aber auch die Ergebnisse des Berichts des Schweizer Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) zur Überprüfung eines Milliwatt-Netzes aus 2002 und neuere Untersuchungen aus Deutschland. nach, dass diese willkürlichen Forderungen nach Milli- oder Mikrowatt (das wäre ca. ein Tausendstel bis ca. ein Millionstel der national und international empfohlenen Grenzwerte) gleichsam die Abschaltung der Mobilfunknetze und somit auch des einzigen flächendeckenden Notrufsystems für die Allgemeinheit bedeuten würde.

UMTS - neue Technologie mit weniger Sendeleistung
Wie unseriös diese Forderungen nach einer Grenzwertsenkung aus Salzburg sind, zeigen auch die technischen Ausführungen Dr. Oberfelds, wo er der UMTS- Technologie höhere Sendeleistungen als GSM zuschreibt (während nämlich ein GSM-Handy bis zu 2 Watt Sendeleistung hat, ist die maximale Sendeleistung eines UMTS- Handys 0,25 Watt). "In diesem Bereich lassen sich die technischen Falschaussagen sogar messtechnisch nachprüfen", ist Maier überrascht über die unwidersprochenen Aussagen Dr. Oberfelds in einigen Medien. " Dr. Oberfeld vertritt in diversen Gremien das österreichische Gesundheitswesen, seine Forderungen finden oft politische Zustimmung, er fungiert als Referent und Ausbilder im medizinischen Bereich und ist mit seinen Arbeiten im Sinne von Amtshilfeverfahren weit über Salzburg hinaus tätig ist. Daher darf und muss - im Interesse der Bürgerinnen und Bürger - in einem solch emotionalen und verunsicherten Umfeld ein besonders verantwortungsvoller und sorgfaltsbewusster Umgang mit einer derart sensiblen und wichtigen Materie eingefordert werden", mahnt Maier ein. "So zu tun, als ob nur ein simpler Fehler passiert wäre und alle gehen wieder zur Tagesordnung über, wäre das falsche Zeichen für die wissenschaftliche Reputation Österreichs und die Seriosität der Diskussion", so Maier abschließend.

FMK- Forum Mobilkommunikation
Die freiwillige Brancheninitiative FMK ist Ihr Ansprechpartner bei allen Fragen zu Mobilkommunikation und der Mobilfunk-Infrastruktur. Das FMK vermittelt zwischen Betreibern und Gemeinden, um gemeinsame Lösungen zu finden. Wir liefern Ihnen Zahlen, Daten und Fakten, damit Sie sich Ihre persönliche Meinung über Mobilfunk bilden können. Alcatel-Lucent, Ericsson, FEEI, Hutchison 3G Austria, Kapsch Carrier Com, mobilkom austria, Motorola, Nokia, Nokia Siemens Networks, One, Samsung, Sony Ericsson und T-Mobile unterstützen das FMK.

(Ende)
Aussender: Forum Mobilkommunikation (FMK)
Ansprechpartner: Michael Buchner
Tel.: 01/5883915
E-Mail: buchner@fmk.at
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