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pte20220114004 Unternehmen/Wirtschaft, Bildung/Karriere

Migranten retten Deutschlands Wirtschaft

Zugewanderte verhindern laut neuer IW-Untersuchung Arbeitskräftemangel wie in Großbritannien


Autobahn: Ohne Migranten stünde fast jeder vierte Lkw still (Foto: Ulrike Leone, pixabay.com)
Autobahn: Ohne Migranten stünde fast jeder vierte Lkw still (Foto: Ulrike Leone, pixabay.com)

Köln (pte004/14.01.2022/06:15) - Migranten haben Deutschland bisher vor den Problemen mit einem drastischen Mangel an Arbeitskräften bewahrt, wie er in Großbritannien herscht. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Ökonomen um Helen Hickmann vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) http://iwkoeln.de in Köln. "Leere Supermarktregale und keine Matratzen mehr bei Ikea: Was in Großbritannien längst Alltag ist, hat sich in Deutschland noch nicht materialisiert", sagt Hickmann. "Ohne Migranten wäre der Arbeitskräftemangel viel dramatischer." Sie hätten die größte Volkswirtschaft Europas praktisch gerettet.

Höhere Qualifikation von Migranten

Dass Migranten eine so große Bedeutung bekommen haben, liegt daran, dass deren Qualifikation vielfach so gut ist, dass sie wichtige Arbeitsplätze besetzen können, vor allem im Speditions- und Gastgewerbe. In Großbritannien ist es genau umgekehrt. Der EU-Austritt hat mehr als eine Mio. Ausländer dazu gebracht, das Land zu verlassen. Entsprechend groß sind die Schwierigkeiten der dortigen Arbeitgeber, in vielen Bereichen Arbeitskräfte zu finden.

Bei den Berufskraftfahrern beispielsweise haben Migranten im Jahr 2020 deutschlandweit einen Anteil von mehr als 23 Prozent ausgemacht. In der Gastronomie waren es sogar 31 Prozent. Noch deutlicher wird der Beitrag von Fachkräften mit Migrationshintergrund, wenn man sich bestimmte Regionen anschaut. So sind in Baden-Württemberg 34,7 Prozent der Berufskraftfahrer Migranten, in der Fleischverarbeitung in Niedersachsen sind es sogar 60 Prozent.

Migranten holen bei Ausbildung auf

Die Studie konzentriert sich ausdrücklich auf Berufe, für deren Ausübung normalerweise eine abgeschlossene zwei- bis dreijährige Berufsausbildung benötigt wird. Auch nimmt sie sogenannte Engpassberufe in den Fokus, bei denen rein rechnerisch nicht alle Stellen besetzt werden können. Deutlich wird, dass in fast allen Bundesländern die Quote der Ausbildungsanfänger ohne deutsche Staatsangehörigkeit beziehungsweise mit Fluchthintergrund in den besonders nachgefragten Berufen höher ist als die der Deutschen. Damit dürften Migranten und Geflüchtete in diesen Berufen künftig noch präsenter werden, meint Hickmann.

(Ende)
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Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
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