pte19971129005 in Business
Meteoriteneinschlag im Ozean erstmals untersucht
Forscher: Sprengkraft entsprach etwa 100 Gigatonnen TNT
Bremerhaven (pte) (pte005/29.11.1997/15:02)
Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven http://www.awi-bremerhaven.de/ haben den bisher einzigen bekannten Meteoriteneinschlag im Meer untersucht. Die Ergebnisse könnten Klimaänderungen der Vergangenheit erklären, berichten sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature.Vor etwa 2,15 Millionen Jahren war der Meteorit "Eltanin" mit über 1.000 Metern Durchmesser und einer Geschwindigkeit von etwa 70.000 Stundenkilometern in das Bellingshausenmeer südwestlich von Chile gerast. "Die Sprengkraft entsprach etwa 100 Gigatonnen TNT", rechnet der Geowissenschaftler Rainer Gersonde vom AWI vor. "Das entspricht etwa fünf Millionen Hiroshima-Bomben." Die rund 250 Meter mächtige Sedimentschicht am Meeresboden wurde zerstört und über 300 Kilometer weit umgelagert. Sedimentfragmente, Wasserdampf und Meteoritensplitter wurden dabei über 100 Kilometer hoch in die Atmosphäre geschleudert.
Auch die Kontinente blieben mit Sicherheit nicht verschont von diesem Ereignis. Es entwickelten sich kilometerhohe Wellen, sogenannte Tsunamis, die sich mit etwa 200 Stundenkilometern über die Weltozeane ausbreiteten und bei Erreichen der Küsten immer noch einige Hundert Meter Höhe hatten.
Das "Eltanin"-Ereignis dürfte auch für das Klima nicht ohne Folgen geblieben sein. "Es ist anzunehmen, daß über einen längeren Zeitraum nach dem "Eltanin"-Einschlag Staub und Wasserdampf in der Atmosphäre blieben und die Sonneneinstrahlung auf die Erde reduziert haben", deutet Gersonde die Folgen des Meteoriten. Es wird weiter vermutet, daß Klimaänderungen zu jener Zeit, die bereits länger bekannt aber unerklärt waren, mit dem Einschlag im Pazifik in direktem Zusammenhang stehen könnten. (Ende)
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