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pte20191023004 Kultur/Lifestyle, Medien/Kommunikation

Mehr europäische Filme unter weiblicher Regie

Seit 2003 konstanter Zuwachs - Aber immer noch sind viele Barrieren zu bewältigen


Filmemacherin: Zahl steigt in Europa (Foto: unsplash.com, pawel szvmanski)
Filmemacherin: Zahl steigt in Europa (Foto: unsplash.com, pawel szvmanski)

Straßburg/Berlin (pte004/23.10.2019/06:15) - Die Zahl weiblicher Regisseure in der europäischen Filmszene ist in den vergangenen Jahren langsam, aber beständig gestiegen. Zwischen den Jahren 2003 und 2017 gab es einen Anstieg um vier Prozent, wie eine Studie der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle http://obs.coe.int zeigt.

Weiterhin schwieriger Weg

"Die Branche ist sensibilisiert für das Thema. Der Großteil der Regisseurinnen muss noch mit den alten Barrieren kämpfen. Wichtig ist, bereits Förderung an der Hochschule zu erhalten sowie Preise und Auszeichnungen zu gewinnen, um weitere Zugänge und Budgets zu erhalten. Dies erleichtert weiterhin den Einstieg. Für die meisten Regisseurinnen ist der Weg nach wie vor schwieriger", sagt Yvonne de Andrés, Sprecherin von Pro Quote Film http://proquote-film.de , auf Nachfrage von pressetext.

Die Analysten haben eine Stichprobe von 21.054 europäischen Langfilmen untersucht, die von 2003 bis 2017 veröffentlicht wurden. Ergebnis: Im Jahr 2003 waren von den Filmemachern 15 Prozent weiblich. 2017 liegt der Anteil bei 19 Prozent. Jedoch arbeiten diese durchschnittlich an deutlich weniger Filmen als männliche Regisseure. So hat fast die Hälfte der Frauen (49 Prozent) nur jeweils einen Film gedreht, das Gleiche trifft nur auf 40 Prozent der Männer zu.

Filme von Männern lukrativer

Vor allem in Ländern mit mittelgroßen Produktionsbudgets haben Frauen einen höheren Anteil an der Regiearbeit. In den Niederlanden zum Beispiel war zwischen 2013 und 2017 ein Drittel der Filmemacher weiblich, in Schweden ähnlich viele (31 Prozent). In Deutschland machen Regisseurinnen 24 Prozent des Marktes aus. Damit handelt es sich um das einzige Land mit höheren Produktionskapazitäten, dass beim Frauenanteil in den europäischen Top-10 liegt.

Filme, bei denen Frauen Regie führen, nehmen an den Kinokassen in ganz Europa deutlich weniger Geld ein als die von Männern gemachten. Laut der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle könnte das daran liegen, dass Regisseurinnen meistens ein geringeres Budget anvertraut wird als ihren männlichen Kollegen. Weibliche Filmemacher sind vor allem in Dokumentarfilmen vertreten. Zwischen 2013 und 2017 stammt ein Viertel der Dokumentarfilme von Frauen, bei fiktiven Filmen waren es nur 15 Prozent.

(Ende)
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