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pte20220817001 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Medikament stoppt Glücksgefühl durch Nikotin

Wissenschaftler der University of California, Berkeley entdecken beeinflussbaren Gehirnschaltkreis


Maus-Tests: Nikotin aktiviert zweites Dopaminnetzwerk (Bild: Christine Liu, berkeley.edu)
Maus-Tests: Nikotin aktiviert zweites Dopaminnetzwerk (Bild: Christine Liu, berkeley.edu)

Berkeley (pte001/17.08.2022/06:00) -

Nikotin macht süchtig, weil es das Dopaminnetzwerk des Gehirns aktiviert, was Rauchern ein gutes Gefühl gibt. Forscher der University of California, Berkeley http://berkeley.edu haben in Experimenten an Mäusen gezeigt, dass Nikotin in hohen Dosen auch ein zweites, erst kürzlich entdecktes Dopaminnetzwerk aktiviert, das für Unwohlsein sorgt. Dieses aversive Netzwerk könnte genutzt werden, um eine Therapie zu entwickeln, die die negativen Auswirkungen verstärkt, sodass der Raucher keinen Spaß mehr an Nikotin hat und sich das Qualmen abgewöhnt.

Geheimnis im Hirn gelüftet

"Jahrzehntelange Forschung hat sich darauf konzentriert zu verstehen, wie Nikotingenuss zu Drogenabhängigkeit führt und welche Gehirnschaltkreise dafür verantwortlich sind", sagt Forscher Stephan Lammel und ergänzt: "Im Gegensatz dazu waren die Gehirnschaltkreise, die die aversiven Wirkungen von Nikotin vermitteln, weitgehend unerforscht." Was sich jetzt geändert hat. "Weil wir jetzt die beiden gegensätzlichen Gehirnschaltkreise kennen, können wir vermutlich ein Medikament entwickeln, das die Schaltkreise, die negative Wirkungen hervorrufen, schon bei geringen Nikotindosen aktiviert", so Lammel.

Nikotin ist, wie Kokain und Heroin, dafür bekannt, Sucht zu verursachen, indem es das Belohnungsnetzwerk des Körpers aktiviert. Nikotin bindet an Rezeptoren auf Zellen, die den Neurotransmitter Dopamin im Gehirn freisetzen, wo es alles von der Schmerzwahrnehmung und Stimmung bis zum Gedächtnis beeinflusst. Das Dopamin-Netzwerk liefert im Allgemeinen positives Feedback, das den Wunsch verstärkt, mehr davon zu bekommen, also die nächste Zigarette anzustecken.

Gängiges Medikament getestet

Lammel und seine Kollegen haben ein paralleles Dopamin-Netzwerk entdeckt, das unangenehme Reize auslöst, indem es Dopamin in andere Bereiche des Gehirns freisetzt als das Dopamin-Belohnungsnetzwerk. Dass es medikamentös aktiviert werden kann, hat Lammels Team gezeigt, indem es Mäusen Vareniclin injizierte. Die Experten maßen die sekundengenaue Freisetzung von Dopamin im Gehirn mit der kürzlich entwickelten Technik "dLight-basierte Faserphotometrie". Zuvor konnte Dopamin nur über Zeiträume von Minuten gemessen werden, was die kurzfristigen Reaktionen von Neuronen auf Dopamin verdeckte.

Das Medikament, das bereits zur Raucherentwöhnung eingesetzt wird, entfaltet nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler um Lammel keine ausreichende Wirkung. Doch da jetzt bekannt ist, welche Schaltkreise im Gehirn aktiviert werden, sei es möglich, gezielt Medikamente zu entwickeln, die schon beim Anzünden einer Zigarette negative Empfindungen auslösen.

(Ende)
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