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pte20210413021 Medizin/Wellness, Kultur/Lifestyle

Kanada: Ärzte zögern bei Schmerzen mit Cannabis

Negative Auswirkungen und mangelndes Wissen verantwortlich


Cannabis: Medizinischer Konsum nimmt zu (Foto: herbalhemp, pixabay.com)
Cannabis: Medizinischer Konsum nimmt zu (Foto: herbalhemp, pixabay.com)

Hamilton (pte021/13.04.2021/10:30) - Ärzte in der kanadischen Provinz Ontario zögern auch 20 Jahre nach der ersten Einführung noch immer Patienten mit langfristigen Schmerzen medizinischen Cannabis zu verschreiben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der McMaster University https://www.mcmaster.ca/ gekommen. Die befragten Ärzte gaben an, dass ihre Hauptbedenken sich auf mögliche negative Auswirkungen und einen Mangel an Verständnis der Wirksamkeit als Schmerzmittel beziehen. Vor allem Anlass zur Besorgnis waren mögliche negative Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung, eine mögliche Verschlechterung von bestehenden psychischen Krankheiten und die Wirkung der Droge auf ältere Erwachsene wie Schwindel oder Benommenheit. Gleichzeitig hat aber die Anzahl der Kanadier, die medizinischen Cannabis nutzen, von unter 24.000 im Jahr 2015 auf 377.000 bis zum September 2020 zugenommen. 

Laut dem Forschungsleiter Jason Busse zeige diese Studie bei Hausärzten ein wirklich erkennbares Bedürfnis nach mehr Nachweisen, Ausbildung und Beratung. Sechs der elf befragten Ärzte stellten auch die Frage, wie legales in der Freizeit konsumiertes Cannabis sein medizinisches Gegenüber beeinflusst. Zehn Ärzte gaben an, dass therapeutische Varianten eine Option bleiben sollten. Freizeit-Cannabis, der eine andere Zusammensetzung hat, wurde in Kanada im Oktober 2018 legal. 

Die Studie geht davon aus, dass der vermehrte Einsatz von medizinischem Cannabis wahrscheinlich die Folge der Lockerung der Bestimmungen, der größeren Verfügbarkeit durch die steigende Anzahl an Herstellern und Cannabis-Kliniken und der Verringerung des Stigmas beim Einsatz für therapeutische Zwecke zurückzuführen ist. Laut Busse sind die Ärzte jedoch noch immer durch das Fehlen einer ordnungsgemäßen Beratung eingeschränkt. Zudem wurden die medizinischen Cannabis-Produkte nicht den gleichen rigorosen Prüfungen unterzogen wie andere pharmazeutische Drogen. Die Forscher führten die Telefoninterviews mit den Ärzten zwischen Jänner und Oktober 2019 durch. Die Forschungsergebnisse wurden im „ Canadian Medical Association Journal Open" veröffentlicht. 

(Ende)
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