pte20260331024 in Business

Iran-Krieg bremst Erholung der deutschen Wirtschaft

DIW-Konjunkturbarometer prognostiziert mittelfristig dennoch einen weiteren Aufwärtstrend


Industrie in Deutschland: Eingetrübte Stimmung (Foto: pixabay.com, Randgruppe)
Industrie in Deutschland: Eingetrübte Stimmung (Foto: pixabay.com, Randgruppe)

Berlin (pte024/31.03.2026/12:05)

Der Krieg im Nahen Osten hemmt die Erholung der deutschen Wirtschaft. Zu diesem Befund kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seinem Statement zum am heutigen Dienstag veröffentlichten DIW-Konjunkturbarometer für den März 2026. Dieses ist auf 97,3 Punkte gesunken. Im Februar lag der Barometerwert bei 101,6 Punkten. Er ist im abgelaufenen Monat unter die 100-Punkte-Marke gefallen, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt. Somit wurde der im Herbst gestartete Aufwärtstrend laut DIW unterbrochen.

Finanzpolitische Maßnahmen wirken

Trotzdem dürfte die deutsche Wirtschaft dem DIW zufolge ihre mehrjährige Stagnations- und Rezessionsphase langsam hinter sich lassen. Denn die finanzpolitischen Maßnahmen für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaneutralität zeigten allmählich Wirkung und schöben die Binnenkonjunktur an. Auch aus dem europäischen Ausland seien positive Signale zu vernehmen, was die Exporterwartungen deutscher Firmen gesteigert hat.

Der aufkeimende Optimismus sei infolge des Iran-Kriegs vorerst jedoch ausgebremst. Stark gestiegene Öl- und Gaspreise sowie Störungen der Lieferketten, speziell für Dünger, werden laut DIW wahrscheinlich auf die Verbraucherpreise in Deutschland durchschlagen und den beginnenden Aufschwung dämpfen.

Rüstungssektor profitiert

Nach Ausbruch des Krieges haben sich die Erwartungen der deutschen Industrie laut ifo Geschäftsklimaindex im März eingetrübt. Zwar würden die Investitionspakete der Bundesregierung die deutsche Industrie bisher weniger als erwartet stützen, aber zusätzlichen Verteidigungsausgaben die Rüstungsindustrie und verwandte Industriebereiche zunehmend beleben.

Im Dienstleistungsbereich sei die wirtschaftliche Lage zwar stabil, aber die Erwartungen sind mit dem Ausbruch des Iran-Krieges pessimistischer geworden. Steigende Energiepreise nehmen den Verbrauchern dem DIW zufolge weitere Kaufkraft und dürften die Konsumlaune merklich eintrüben. Die folgende Entwicklung hänge zudem stark von der Lage auf dem Arbeitsmarkt ab, der zuletzt ebenfalls gedämpft war.

(Ende)
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