Gig Economy soll Verantwortung übernehmen
Australische Forscher fordern Ausweitung von Arbeitsschutzgesetzen auf freie Mitarbeiter
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Paketbote: leidet oft unter schlechten Arbeitsbedingungen (Foto: pixabay.com, Tumisu)
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Melbourne (pte004/30.05.2025/06:15)
Digitale Plattformbetreiber sollen sich künftig an der Instandhaltung urbaner Infrastrukturen beteiligen. Das fordern Forscher der University of Melbourne. Das Team um Lutfun Nahar Lata und Andrew Copolov moniert die fehlende Verantwortung der Unternehmen, die aus ihrer Sicht parasitär städtische Ressourcen nutzen, ohne zu deren Erhalt beizutragen und außerdem die Bedürfnisse ihrer freien Mitarbeiter sträflich vernachlässigen.
Rapides Wachstum
Firmen der Gig Economy vergeben zeitlich befristete Aufträge an Arbeitssuchende, Billiglöhner und Freelancer. Digitale Konsum- und Kaufgewohnheiten per Apps bescheunigen das Wachstum der Branche speziell in Großstädten rapide. Allein in der australischen Gig Economy arbeiten aktuell rund 250.000 Menschen.
Allerdings bieten digitale Arbeitsplattformen ihren Mitarbeitern meist keine angemessene Unterstützung. So müssen sie sich selbst um grundlegende Dinge wie Toiletten und Pausenräume kümmern, was die australischen Forscher kritisieren. Ihr Status als unabhängige Arbeitskräfte ermöglicht es den Firmen, ihnen Parkplätze, Trinkwasser, Toiletten und die Möglichkeit zum Aufladen von Telefonen oder E-Bikes zu verwehren, was für die Arbeit für Mitfahrzentralen wie Uber und Lieferdiensten unerlässlich ist.
Parasitäres Modell
Obwohl die Gig-Plattformen stark von der städtischen Infrastruktur abhängig sind, übernehmen sie kaum Verantwortung dafür, dass ihre freien Mitarbeiter Zugang zu den benötigten Ressourcen haben, heißt es. Das Phänomen bezeichnen die Wissenschaftler als "parasitären Plattformurbanismus". Lata, Copolov und ihre Kollegen fordern von den Firmen daher mehr Verantwortung und drängen sie dazu, die Instandhaltung und Entwicklung urbaner Infrastrukturen mitzutragen, indem sie sich finanziell daran beteiligen. Stadtbeamte in Melbourne seien daran interessiert.
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