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pte20260408004 in Forschung

Angleichung im Gespräch passiert oft situativ

Laut wissenschaftlicher Studie der Universität Aarhus ist dies keine feste persönliche Eigenschaft


Kinder im Gespräch: Angleichung ist kontextabhängig (Foto: pixabay.com, Surprising_Media)
Kinder im Gespräch: Angleichung ist kontextabhängig (Foto: pixabay.com, Surprising_Media)

Aarhus (pte004/08.04.2026/06:10)

Der situationsbezogene Kontext bestimmt, ob sich zwei Gesprächspartner in ihrer Konversation einander anpassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Forschern der Universität Aarhus. Laut den Experten können sich Menschen bei der Kommunikation unbewusst gegenseitig spiegeln - und zwar in Wortwahl, Satzstruktur und Gestik. Diese Tendenz könne zu reibungsloseren Gesprächen führen sowie Empathie und Zusammenarbeit fördern.

Gegenseitiges Kopieren

Früheren Studien zufolge variiert die Angleichung von Person zu Person. Manche neigen in der Interaktion stärker dazu, ihr Gegenüber nachzuahmen. Unklar war bis dato jedoch, ob diese Angleichung eine stabile Eigenschaft ist oder von situationsbezogenen Faktoren abhängt. Das Team der Universität Aarhus hat Sammlungen aufgezeichneter Gespräche analysiert - insgesamt 1.375 Gespräche zwischen Erwachsenen oder zwischen Eltern und ihren Kindern.

Dabei haben Erstautor Yngwie Asbjørn Nielsen und sein Team festgestellt: Die Angleichung ist kein feststehendes Merkmal, da das Ausmaß, in dem Menschen andere nachahmen, je nach Situation stark variiert. "Wir interessieren uns für die Angleichung im Gespräch, also die Tendenz, Teile der Äußerung eines Gesprächspartners - wie bestimmte Wörter oder Strukturen - bei der Antwort wiederzuverwenden", so Nielsen.

Angleichung als ein Plus

Dem Experten nach ist davon auszugehen, dass diese Angleichung das Gespräch einfacher, effizienter und kooperativer mache. Dementsprechend sollte die Angleichung eine wichtige Konversationsfähigkeit sein, "was Forscher dazu inspiriert hat, die Angleichung zum Beispiel bei Autismus und in der Kindersprache zu untersuchen", so der Wissenschaftler weiter.

Um herauszufinden, inwiefern die Angleichung von der Person oder einer Situation abhängt, haben die Wissenschaftler die von den Sprechern verwendeten Wörter untersucht, die Satzstrukturen und die Bedeutung dessen, was sie kommunizieren. Dabei mussten die analysierten Personen laut Nielsen mehrfach in verschiedenen Situationen beobachtet werden, um zu erkennen, ob ein Gesprächsverhalten eine persönliche Eigenschaft ist oder nicht.

Anschließend haben die Experten die Neigung von Sprechern, sich in Bezug auf Wörter, Strukturen und Bedeutungen anzupassen, quantifiziert und geprüft, ob es einen Zusammenhang zwischen der Anpassung in den verschiedenen Gesprächen gab. Im Resultat war die Angleichung der Gesprächsteilnehmer zwar während einzelner Gespräche relativ konsistent. Jedoch variierte sie stark nach Gesprächspartner, Zeitpunkt des Gesprächs und anderen kontextuellen Faktoren. Dies deutet darauf hin, dass Angleichung eine flexible, situationsabhängige Fähigkeit ist, die nicht in allen Kontexten gleich bleibt, heißt es.

Die in den "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" erschienenen Forschungsergebnisse könnten wichtige Erkenntnisse für das Verständnis von Autismus-Spektrum-Störungen liefern, das bislang mit mangelnden Fähigkeiten zur Sprechangleichung in Verbindung gebracht wurde. Tatsächlich deuten sie darauf hin, dass Sprechangleichung kein festes Merkmal ist und dass Sprecher, einschließlich autistischer Menschen, dazu neigen könnten, manche Personen stärker zu spiegeln als andere, oder ihre Sprechangleichung an andere kontextuelle Faktoren anzupassen.

(Ende)
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