pts20030217010 in Business
Gewerbeverein: Wenn Lehrlinge nur 30% weniger als Selbstständige verdienen!
Die seltsamen Einkommensunterschiede der Berufsgruppen in Österreich!
Wien (pts010/17.02.2003/09:20)
Vom Rechnungshof erfahren wir nun die durchschnittlichen Jahresnettoeinkommen der Österrreicher nach Berufsgruppen. Sieht man von den Lehrlingen ab, waren 2001 die Schlechtestverdienenden - mit sattem Abstand - die Selbstständigen. Nicht unbedingt ein Signal für eine neue Gründerwelle - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV).Vergleicht man unter den Männern (die Relation zueinander ist bei den Frauen ähnlich) und setzt man das Jahreseinkommen der Selbstständigen mit 100 an, dann verdienen Arbeiter 124; Pensionisten 128, Angestellte 181 und Beamte - ja der ÖGV, der immer auf den Beamten herumhackt - gar 195.
Die obskurste Relation ergibt sich zwischen weiblichen Selbstständigen und weiblichen Lehrlingen: Diese verdienen gerade 30 Prozent weniger!
Nun ist es ja vollkommen klar, werden die Experten meinen: Bei den Beamten machen das die unzähligen Akademiker - in der Privatwirtschaft sitzen ja nur lauter Deppen. Die Selbstständigen holen sich's von der Steuer - eh' klar. Wie könnten sie sich sonst ihre tollen Autos leisten.
Wir müssen leider zur Kenntnis nehmen, dass sich - vom Einkommen her - ein "Selbstständigen-Proletariat" gebildet hat, schließt man im ÖGV aus diesen erschreckenden Daten, die keinem Medium eine Analyse wert sind. Menschen, die vorgeben müssen, es ginge ihnen gut - wer arbeitet schon mit einem Looser zusammen - und die daheim vom Existenzminimum leben oder Nahversorger, die 80 Stunden in der Woche im Laden stehen und dann die abgelaufenen Nahrungsmittel essen dürfen.
Bemerkenswert ist auch, dass die Sichersten - die Beamten - dies gar nicht beim Einkommen spüren - genau das Gegenteil!
Liest man das ÖVP-Reformprogramm für Österreich vom 6. Januar 2003 ist zum genannten Missstand und dessen Behebung nichts zu lesen, im SPÖ-Regierungsprogramm 2003 gibt's die Stehsätze: Offensive für Jungunternehmer/innen und Erleichterungen für Unternehmensgründungen und Betriebsübernahmen. Tja ohne Lobby vom Format der Bauern oder Ärzte wird sich nichts für die Selbstständigen bewegen! (Ende)
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