pts20230923002 Unternehmen/Wirtschaft, Politik/Recht

ÖGV: Mehr netto ist wichtig - mehr brutto macht uns ärmer! KMU fordern Rettungsring für Lohnerhöhungen

Ohne Reformen ist das vielzitierte Rückgrat der österreichischen Wirtschaft existenziell gefährdet


Wien (pts002/23.09.2023/11:45)

Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) fordert ein Aussetzen des Steuer- und Abgabenanteils der kommenden Lohnerhöhungen: 10 % mehr netto ist bei 0 % mehr brutto machbar. Nur wenige KMU können dies in einer abklingenden Konjunkturphase stemmen. Die Republik könne durch eine großzügige Entrümpelung ihrer Agenden nicht nur sparen, sie ermöglichte auch die Rückkehr zu einem glaubwürdigen Wohlstandsversprechen und bestärke den demokratischen Zusammenhalt.

"Die bekannten Lohnforderungen sind für viele Kleinbetriebe so nicht verkraftbar. Wir sind im Stakkato der Multikrisen hart am Limit. Wenn wir jetzt wollen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer netto 10 % mehr bekommen – und dafür habe ich viel Verständnis – dann müssen wir ganz neue Wege gehen", stellt ÖGV-Präsident Peter Lieber fest. "So verlockend der sozialistische Diskurs auch klingen mag: Wo sind denn die vielen Konzerne, die man nur ordentlich zur Brust nehmen müsste, um die kleinen Börserln zu entlasten? Wo sind die Milliardäre, die sogar darum betteln, endlich mehr beitragen zu dürfen? In Österreich? Nein, die sind fast alle in den USA steuerpflichtig."

ÖGV: Zurück zum glaubwürdigen Wohlstandsversprechen

"Auf der Basis kruder Feindbilder können wir nicht dauerhaft erfolgreich sein. Wir wollen auch als kleine Unternehmen hier im Land erfolgreich sein dürfen. Wir wollen als Unternehmen, aber auch als Gesellschaft endlich wieder ein Wohlstandsversprechen einlösen können. Wir wollen, dass Auszubildende eine klare Perspektive haben, vielleicht sogar selbst ein Unternehmen zu gründen. Wir wollen, dass junge Familien eine Wohnung kaufen oder ein Haus bauen können. Wir wollen, dass wir Träume verwirklichen können. Wir müssen wieder dahin kommen, wo wir einmal waren: Jeder muss daran glauben können, dass es aufwärts gehen kann."

ÖGV: Mehr netto, aber ohne brutto!

Der ÖGV fordert die Bundesregierung auf, den mit der teilweisen Abschaffung der kalten Progression eingeschlagenen Weg konsequent und zügig fortzusetzen. Die Bundesregierung soll die Besteuerung der heurigen Lohnerhöhungen aussetzen. "Die Nettolöhne müssen steigen, da sind wir uns alle einig. Aber in der jetzigen Situation hat niemand Verständnis dafür, dass auch die Steuern und Abgaben im gleichen Ausmaß steigen. Der Finanzminister, der sich über die Windfall-Profits der Energiekonzerne aufregt, soll so fair sein und selbst auf die Zufallsgewinne durch Lohnerhöhungen verzichten. In Zeiten hoher Inflation ist es unerträglich, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor allem für die Staatskasse verhandeln. Wir brauchen jetzt mehr Netto, aber ohne Brutto", empfiehlt KMU-Chef Lieber.

ÖGV: Die Republik in der Krise entrümpeln, die Bürger entlasten, die Betriebe sichern

Der Österreichische Gewerbeverein steht auf der Seite der Klein- und Mittelbetriebe und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit diese auch in Zukunft hier in Österreich ein gutes Auskommen haben, ist es höchste Zeit, weg von automatisch wachsenden Staatsausgaben hin zu einer modernen, effizienten und effektiven Verwaltung zu kommen.

"Die Republik bettelt lautstark um Entrümpelung: Der Krisenmodus der letzten Jahre hat den Kurzsichtigsten unter uns gezeigt, dass Österreich nicht fit ist: Ziele gehören neu definiert, Aufgaben hinterfragt, Aufgabenverteilungen durchforstet, Prozesse verschlankt. Wir müssen uns fragen, ob wir das alles wirklich so brauchen, wie es ist. Oder ob es nicht auch viel besser geht. Wir Unternehmer machen das ständig, eben weil wir zwischen Staat und Markt erfolgreich sein wollen: Wir fragen uns immer, ob wir nicht mit weniger Mitteln das Gleiche erreichen könnten oder mit dem gleichen Aufwand deutlich mehr. Schauen wir uns um: Nicht nur Schule, Soziales, Gesundheit, Sicherheit oder grüne Wende: Die Republik ist insgesamt an ihre Grenzen gestoßen, muss dramatisch abgespeckt und neu gedacht werden. Ein 'Weiter so' macht uns alle nur ärmer und gefährdet Betriebe und demokratischen Zusammenhalt", appelliert Lieber: "Ein erster kleiner Schritt kann der Verzicht auf den Steuer- und Abgabenanteil der Lohnerhöhungen sein."

#ÖsterreichGemeinsamVoranbringen #SchlauSeit1839

Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV)
Der Österreichische Gewerbeverein ist als unabhängige Interessenvertretung die Plattform für inhabergeführte Unternehmen vom Gründer über den Familienbetrieb bis zum Weltmarktführer. Unsere 2.500 Mitglieder stehen für langfristiges, verantwortungsvolles und nachhaltiges unternehmerisches Engagement. Sie stehen mit ihrem Namen und ihrer Person für die Folgen ihres Handelns ein und übernehmen damit in vorbildlicher Weise gesellschaftliche Verantwortung.

Der ÖGV bekennt sich seit 1839 zum freien Unternehmertum und zur individuellen Freiheit. Wir leben Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung als Voraussetzung für Privateigentum. Unsere Mitgliedsunternehmen sind sich ihrer besonderen Verantwortung für ihr Umfeld bewusst!

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