pte20260218018 in Business

Fachkräftemangel in Deutschland nimmt ab

Schwache konjunkturelle Entwicklung sowie technologischer Wandel durch KI und Co ausschlaggebend


Fachkraft: deutsche Unternehmen weiterhin auf der Suche (Bild: pixabay.com, geralt)
Fachkraft: deutsche Unternehmen weiterhin auf der Suche (Bild: pixabay.com, geralt)

München/Nürnberg (pte018/18.02.2026/12:30)

Immer mehr Unternehmen in Deutschland finden genau jene Fachkräfte, die sie brauchen. Zu dem Ergebnis kommt die jüngste Konjunkturumfrage des ifo Instituts. Demnach fehlten 22,7 Prozent der Betriebe qualifizierte Arbeitskräfte, nach 25,8 Prozent im Oktober. Das ist der niedrigste Wert seit fünf Jahren, so die Wirtschaftsforscher.

Entspannung in der Logistik

"Eine Rolle spielt weiterhin die schwache konjunkturelle Entwicklung. Gleichzeitig verändert der technologische Wandel, vor allem die Künstliche Intelligenz (KI), zunehmend den Arbeitsmarkt", kommentiert ifo-Forscher Klaus Wohlrabe die Ergebnisse.

In den Bereichen Transport und Logistik ist der Anteil der vom Fachkräftemangel betroffenen Unternehmen von 42,7 auf 30,6 Prozent gefallen. Rund jeder vierte Dienstleister klagt über fehlendes Personal. Rechts- und Steuerberatern (58,4 Prozent) sowie Leiharbeitsfirmen (56,6 Prozent) fehlen weiterhin besonders häufig Fachkräfte, heißt es.

Bedarf bei Maschinenbauern

In der Industrie berichten 16,6 Prozent der Unternehmen von einem Fachkräftemangel - ein halber Prozentpunkt weniger als im Oktober. Im Automobilsektor sowie bei Herstellern für elektrische Ausrüstungen liegt der Anteil unter zehn Prozent. Im Maschinenbau beträgt er rund 19 Prozent.

Auch im Handel hat sich die Lage laut den ifo-Zahlen etwas entspannt: Rund 18 Prozent der Unternehmen berichten von Schwierigkeiten, offene Stellen mit qualifizierten Arbeitskräften zu besetzen (Einzelhandel: 21,6 Prozent, Großhandel: 16,2 Prozent). Im Bauhauptgewerbe liegt der Anteil der betroffenen Unternehmen jedoch weiterhin hoch bei 30,4 Prozent.

Dennoch bleibt der Nachholbedarf groß: Im Juni 2024 waren allein in Hessen rund 147.000 Menschen zwischen 15 und 35 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ohne zuvor einen formalen Berufsabschluss erworben zu haben. Das Fachkräftepotenzial von jungen ungelernten Menschen bleibt aufgrund von Ausbildungsabbrüchen häufig ungenutzt, so eine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

(Ende)
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