ETHIK PRO AUSTRIA fordert "Eigenethik" unserer Schüler ein - Sie müssen Verantwortung für ihre eigene Zukunft übernehmen
Mehr "Eigenethik" für Österreichs Schüler: Bildung ist auch Verantwortung gegenüber sich selbst
Wien (pts009/15.09.2026/09:25)
Österreichs Schüler verspielen ihre Zukunft: Ist daher Bildungsablehnung unethisch gegenüber sich selbst? Ist es unethisch, einem anderen Menschen bewusst seine Zukunftschancen zu nehmen? Die meisten würden diese Frage spontan mit Ja beantworten. Aber was passiert, wenn Jugendliche genau das mit sich selbst tun? Diese Frage stellt Alois Gmeiner, Präsident von ETHIK PRO AUSTRIA, während seiner aktuellen Arbeit an Ethik-Schulbüchern für österreichische Schülerinnen und Schüler. Dabei stößt er auf einen Aspekt, der in der klassischen Ethik erstaunlich wenig Beachtung findet: die moralische Verantwortung des Menschen gegenüber seinem eigenen zukünftigen Ich. www.ethikproaustria.at
Gmeiner bezeichnet diesen Gedanken als "Eigenethik"
"Wir sprechen in der Ethik ständig darüber, was wir anderen Menschen schulden. Aber was schuldet ein 15-Jähriger dem Menschen, der er mit 25 oder 35 sein wird?", fragt Gmeiner. Bildung abzulehnen – wie es viele Jugendliche tun, kann zur fatalen Entscheidung gegen sich selbst werden.
Besser Lernen, besseres Deutsch, bessere Bildung - Schule wozu?
Besonders problematisch wird es, wenn schon im Elternhaus Bildung grundsätzlich abgelehnt oder abwertend dargestellt wird. Schule, Lesen, gute Deutschkenntnisse oder eine abgeschlossene Ausbildung seien unwichtig.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, dass jeder Jugendliche studieren muss. Ganz im Gegenteil. Eine erfolgreich abgeschlossene Lehre im Handwerk kann ebenso Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg sein.
Egal, welche grundlegende Ausbildung gestartet wird - in Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung oder auch Matura oder ein Hochschulstudium: Entscheidend ist, sich Fähigkeiten anzueignen, mit denen man sein eigenes Leben gestalten kann.
"Wer mit 15 sagt: 'Lernen interessiert mich nicht', trifft möglicherweise eine Entscheidung, deren Konsequenzen nicht der 15-Jährige, sondern der 30-Jährige und seine gesamte Umgebung bezahlen müssen", sagt Gmeiner.
Wer die Sprache nicht beherrscht, schränkt seine eigenen Möglichkeiten ein
Das gilt in Österreich besonders für Sprache. Gute Deutschkenntnisse sind kein Angriff auf Herkunft, Kultur oder Muttersprache. Es ist ein verlässliches Werkzeug für mehr Erfolg im Leben. Das Gleiche gilt für die Kunst des Lesens.
Wer Texte, Arbeitsanweisungen, Verträge oder Behördeninformationen nur eingeschränkt versteht und sich nicht präzise ausdrücken kann, schränkt damit zwangsläufig einen Teil seiner Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten ein. Gmeiner: "Eine zusätzliche Sprache nimmt einem jungen Menschen nichts weg. Sie gibt ihm Möglichkeiten dazu."
"Lesen bringt nichts. Außer Wissen."
Während Kurzvideos, Reels und wenige Sekunden lange Informationshäppchen zum Medienalltag vieler Jugendlicher gehören, verlangt das Lesen längerer Texte etwas völlig anderes: Konzentration, Sprachverständnis, Geduld und die Fähigkeit, komplexen Gedankengängen zu folgen. "Lesen bringt nichts. Außer Wissen", formuliert Gmeiner bewusst ironisch. "Meist werden ja ausgerechnet die vermeintlichen Schul-Nerds, Leseratten und Nachdenker von heute in einigen Jahren die Nase vorne haben. Denn wenn konzentriertes Denken seltener wird, wird genau diese Fähigkeit wertvoller."
Eigenethik-Check
Gmeiner möchte deshalb in seinen Ethik-Unterrichtsmaterialien Jugendliche nicht mit einem weiteren moralischen Regelkatalog konfrontieren. Stattdessen sollen sie lernen, ihre Entscheidungen selbst zu überprüfen.
Dafür schlägt er einen einfachen Eigenethik-Check vor:
- Schadet meine Entscheidung anderen?
- Schadet sie meinem zukünftigen Ich?
- Treffe ich eine Entscheidung wirklich selbst oder nur, weil Freunde, Gruppe oder Familie es von mir erwarten?
- Welche Möglichkeiten eröffnet oder verschließt mir eine bestimmte Entscheidung in zehn Jahren?
"Ethik darf nicht erst dort anfangen, wo ich einem anderen Menschen schade", sagt Gmeiner. "Sie sollte bereits dort beginnen, wo ich dabei bin, meinem eigenen zukünftigen Leben die Türen zuzuschlagen."
Alois Gmeiner ist Vereinspräsident von ETHIK PRO AUSTRIA und Autor des neuen Buches "Die Brot & Spiele Generation. Wie eine Generation sich füttern, lenken und entmündigen lässt". Im Buchhandel und Online: https://amzn.eu/d/0ffy1qmA
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