pte20260220001 in Leben

Enzym bewahrt alterndes Gehirn vor Alzheimer

Körper produziert GPLD1 bei entsprechender sportlicher Betätigung in Eigenregie und baut TNAP ab


Tennis: Sport im Alter schützt das Gehirn effektiv (Foto: pixabay.com, hansmarkutt)
Tennis: Sport im Alter schützt das Gehirn effektiv (Foto: pixabay.com, hansmarkutt)

San Francisco (pte001/20.02.2026/06:00)

Sport schützt das Gehirn im Alter. Laut Saul Villeda von der University of California San Francisco sammelt sich sonst in den Zellen, die die Blut-Hirn-Schranke bilden, das Protein TNAP an. Dieses lässt die Schranke durchlässiger werden, sodass Krankheitserreger vordringen können, die Entzündungen auslösen. In der Folge sterben Gehirnzellen ab. Die Leistung sinkt. Durch Sport erzeugt der Körper das Enzym GPLD1, das TNAP abbaut, sodass das Gehirn wieder geschützt wird.

Bei Mäusen funktioniert

Bisher ist dieser Zusammenhang lediglich bei Mäusen nachgewiesen worden. Die Wissenschaftler glauben allerdings, dass es bei Menschen ähnlich funktioniert. "Diese Entdeckung zeigt, wie wichtig der Körper für das Verständnis der altersbedingten Abnahme der Gehirnleistung ist", sagt Villeda.

Als die Forscher mithilfe gentechnischer Verfahren die TNAP-Menge bei zweijährigen Mäusen - was 70 Menschenjahren entspricht - reduziert haben, wurde ihre Blut-Hirn-Schranke weniger durchlässig und ihre Gehirnentzündung ging zurück. Die Mäuse schnitten auch bei Gedächtnistests besser ab.

Alzheimer-Medikament

"Die Suche nach Medikamenten zur Reduzierung von Proteinen wie TNAP könnte ein neuer Weg sein, um die Blut-Hirn-Schranke zu verjüngen, selbst wenn sie durch das Alter bereits geschwächt ist", so Villeda. Im Labor haben die Forscher festgestellt, dass GPLD1 alle Proteine in Ruhe lässt, außer TNAP. Daraus lässt sich folgern, dass Nebenwirkungen nicht zu erwarten sind, wenn ein Präparat zur Entfernung von TNAP gefunden wird.

"Wir haben biologische Zusammenhänge entdeckt, die in der Alzheimer-Forschung weitgehend übersehen wurden. Dies könnte neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen, die über die traditionellen Strategien hinausgehen, die sich fast ausschließlich auf das Gehirn konzentrieren", unterstreicht Villeda. Details sind in "Cell" nachzulesen.

(Ende)
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