pte19971107003 in Business
Die Zeit vergeht langsamer
Messungen im Umfeld der Schwarzen Löcher
Cambridge (pte) (pte003/07.11.1997/14:09)
Je näher man einem "Schwarzen Loch" im Weltall kommt, desto langsamer vergeht die Zeit. US-Astronomen haben jetzt neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie sich im Umkreis der "Massemonster" die Bedeutung von Raum und Zeit ändert. Mit Hilfe eines astronomischen Instruments, das Röntgenstrahlen im Weltall mißt, sind Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge der Lösung des wissenschaftlichen Rätsels ein Stück näher gekommen.Bereits Albert Einsteins Relativitätstheorie hatte eine Verzerrung von Raum und Zeit in der Nähe der Schwarzen Löcher nahegelegt. Die MIT-Forscher untermauerten diese Annahme durch Röntgenstrahl-Messungen. Diese Strahlen entstehen dann, wenn Materie in den Sog eines Schwarzen Lochs gezogen wird und sich dabei erhitzt. Sie wurden mit dem "Himmelsmonitor" gemessen, der im Dezember 1995 an Bord eines größeren Beobachtungsgeräts (Rossi X-ray Timing Explorer) in die Erdumlaufbahn geschossen worden war. Alle 90 Minuten sucht der Monitor etwa 80 % des Himmels ab und mißt die Intensität der stärksten Röntgenstrahlen. Die Stärke der Strahlen im Umkreis der Schwarzen Löcher bestätigte dabei die theoretischen Berechnungen der Forscher: Das angenommene "Wackeln" der Materie im Gravitations-Sog entsprach den Schwankungen in der Stärke der Röntgenstrahlen.
"Theoretiker haben den Effekt der Raumverzerrung vorhergesagt, aber sie hatten bisher keine Gelegenheit, ihn zu beweisen", sagte MIT-Forscher Wei Cui. Auch die eigene Untersuchung sei jedoch kein 1OO %-iger Beweis für die Richtigkeit der Raumverzerrungs-These. Astronomen gehen davon aus, daß Schwarze Löcher entstehen, wenn große Sterne unter der Masse des eigenen Gewichts zusammenbrechen. Wenn ein Stern dieses Stadium erreicht, wird sogar das Licht von seiner Gravitation "geschluckt" und nicht mehr reflektiert.Wissenschaftler erforschen zur Zeit insgesamt fünf Schwarze Löcher im Weltall. (Ende)
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