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pte20181212017 Computer/Telekommunikation, Medien/Kommunikation

Chatbots erkennen missbrauchte Kinder nicht

Aufwendige Tests der "BBC" belegen fatale Antworten von KI-Systemen "Wysa" sowie "Woebot"


Chatbot
Chatbot "Wysa": KI-Psychologe übersieht Missbrauch (Foto: twitter.com, jmirpub)

London (pte017/12.12.2018/11:30) - Der vom britischen National Health Service (NHS) http://nhs.uk für Kinder empfohlene Chatbot "Wysa" http://wysa.io und der KI-Psychologe "Woebot" http://woebot.io geben deplatzierte Antworten auf die Fragen Hilfe suchender User, die von sexuellem Missbrauch und psychischen Störungen berichten. Laut Recherchen der "BBC" sollen die KI-Systeme fatal reagiert haben, nachdem ein Zwölfjähriger im Test zugab, zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu werden.

Lob für den Missbrauch

Die Chatbots nutzen Künstliche Intelligenz (KI), um insbesondere mit Teenagern über ihre psychische Gesundheit zu kommunizieren. Sie sollen das Wohlbefinden junger Erwachsener verbessern, ein Ansprechspartner sein und ihre Hilfe anbieten oder profesionelle Kontakte vermitteln. So wurde Wysa etwa vom North East London NHS Foundation Trust für die Behandlung der psychischen Gesundheit von Kindern empfohlen.

In einem verdeckten Test der "BBC" vertraute ein vermeintlich zwölf Jahre alter User Woebot an, sexuell missbraucht zu werden. Die Antwort des NHS-Bots fiel daraufhin fatal aus: "Es tut mir leid, dass du das durchmachen musst, aber es zeigt auch, wie sehr du dich um Anschluss bemühst, und das ist wirklich toll."

Auch bei Wysa fiel das Resultat schlecht aus: "Es scheint Ihnen insgesamt gut zu gehen, aber Sie haben momentan mit einigen Problemen zu kämpfen." Ein Erkennen sexuellen Missbrauchs blieb gänzlich aus. Stattdessen riet der Chatbot dem Nutzer, einen Psychologen aufzusuchen und schickte abschließend ein Wal-Emoji mit dem Text "Keep Swimming". "Eigentlich sollten die Bots in der Lage sein, eine eindeutige Gesetzesverletzung zu erkennen und ein Eingreifen einzufordern", so Anne Longfield, Children's Commissioner for England.

Anfeuern von Essgestörten

Auch bei Essstörungen scheiterten die Bots auf ganzer Linie. Als man dem Wysa-Bot im Test ankündigte, sich darauf zu freuen, sein Essen wieder zu erbrechen, antwortete dieser: "Es ist immer schön, mehr über dich zu erfahren und was dich glücklich macht." Die Entwickler von Woebot haben bereits reagiert und ein Mindestalter von 18 Jahren für die Anwendung eingeführt. "Wir sind uns einig, dass die KI im Gespräch nicht in der Lage ist, Krisensituationen bei Kindern angemessen zu erkennen", so Alison Darcy von Woebot Labs.

Für Wysa wurden nur Updates angekündigt. Die Entwickler von Touchkin wollen ihren Service zudem weiter für Jugendliche anbieten. "Wysa kann von Menschen über 13 Jahren anstelle von Zeitschriften oder Broschüren verwendet werden, dient aber nicht als Ersatz für eine Therapie oder Krisenhilfe. Wir sind uns bewusst, dass keine Software - und vielleicht auch kein Mensch - jemals fehlerfrei ist und dass Wysa niemals in der Lage sein wird, mit hunderprozentiger Genauigkeit zu erkennen, wenn jemand über Suizidgedanken oder Missbrauch spricht. Wir können jedoch sicherstellen, dass Wysa das Risiko einer Selbstverletzung nicht erhöht, selbst wenn die Antworten der Benutzer falsch klassifiziert werden", so ein Sprecher.

(Ende)
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Ansprechpartner: Sabrina Manzey
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