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pts20201207019 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Boehringer Ingelheim kooperiert mit Proxygen bei der Erforschung von 'Molecular Glues' - einem neuen Ansatz gegen Krebs


Ingelheim/Wien (pts019/07.12.2020/10:30) - -
* Die Zusammenarbeit stärkt Boehringer Ingelheims Strategie, neuartige Behandlungsoptionen für Patienten mit Krebserkrankungen der Lunge oder des Magen-Darm-Traktes zu entwickeln.
* Die einzigartige 'Molecular Glues'-Forschungsplattform von Proxygen ergänzt Boehringer Ingelheims Fokus auf Proteolysis Targeting Chimeras (PROTACs) mit dem Ziel, Krebsauslöser zu beseitigen, die bisher als medikamentös nicht behandelbar galten.

Boehringer Ingelheim und Proxygen haben heute den Abschluss einer Kooperations- und Lizenzvereinbarung bekanntgegeben, welche die Identifizierung von sogenannten 'Molecular Glues' (Molekularen Klebstoffen) ermöglichen soll. Derartige Moleküle sind in der Lage, krebsverursachende Proteine selektiv dem Entsorgungssystem der Zelle zuzuführen. Diese Kooperation kombiniert die einzigartige 'Molecular Glues'-Forschungsplattform sowie Proxygens Expertise im Bereich des gezielten Proteinabbaus mit der langfristigen Strategie von Boehringer Ingelheim zur Entwicklung von bahnbrechenden First-in-Class-Therapien für Krebspatienten.

'Molecular Glues' und PROTACs nutzen die Fähigkeit der Zellen, sich selbst zu erneuern, indem sie selektiv den Abbau von krankheitsverursachenden Proteinen induzieren. Dies gelingt den molekularen Klebstoffen, indem sie die Distanz zwischen Zielproteinen und Ubiquitin-Ligasen überbrücken, die infolgedessen die Zielproteine für den Abbau markieren. 'Molecular Glues' vermitteln die Annäherung zwischen den Proteinen durch eine hochkooperative Bindung. Sie umgehen die Notwendigkeit einer definierten Bindungsstelle auf der Oberfläche eines Zielproteins, die für herkömmliche niedermolekulare Arzneimittel eine Voraussetzung für die Wirksamkeit darstellt. Damit ermöglichen sie eine pharmazeutische Intervention bei Proteinen, die zuvor als medikamentös nicht behandelbar galten.

"Die 'Molecular Glues'-Plattform von Proxygen hat das Potenzial, ein bedeutender Bestandteil von Boehringer Ingelheims Strategie zu werden, Tumore zu behandeln, die von den am häufigsten mutierten krebserzeugenden Proteinen hervorgerufen werden, und die bisher als medikamentös nicht behandelbar galten. Die Plattform bietet die Möglichkeit, unsere Aktivitäten im Bereich des gezielten Proteinabbaus noch stärker auszuweiten", sagt Norbert Kraut, globaler Leiter der Krebsforschung bei Boehringer Ingelheim. "Wir freuen uns über die neue Zusammenarbeit mit Proxygen, die unsere Bemühungen im Kampf gegen schwer behandelbare Krebserkrankungen ergänzt."

Die Identifizierung von molekularen Klebstoffen war bisher eher unvorhersehbar. Die äußerst skalierbare und weitreichend einsetzbare Forschungsplattform von Proxygen verspricht einen ebenso zielorientierten wie umfassenden Weg hin zu einer verbesserten Identifizierung von 'Molecular Glue'-Kandidaten aufzuzeigen.

"Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Arbeit mit Boehringer Ingelheim", so Bernhard Boidol, Chief Executive Officer von Proxygen. "Die Zusammenarbeit mit einem führenden Unternehmen im Bereich der innovativen onkologischen Forschung und Entwicklung unterstreicht nicht nur die breite Einsetzbarkeit unserer 'Molecular Glues'-Forschungsplattform, sondern ermöglicht uns auch die schnelle Entwicklung neuer Therapien für den hohen ungedeckten medizinischen Bedarf vieler Patienten mit Lungen- und Dickdarmkrebs."

Die neue Methode von Proxygen wurde von Boehringer Ingelheim vor Kurzem mit dem Grass Roots "Innovation Prize" in Wien gewürdigt. Dieser Preis zeichnet die Innovationskraft junger Life-Science-Unternehmen und Biotech-Gründer und deren Beitrag zum Aufbau von Forschungspipelines für die nächste Generation von Arzneimitteln aus. Die 2015 ins Leben gerufene Grass Roots-Initiative umfasst die Programmteile "Office Hours", "Academy" und den "Innovation Prize".

Diese Initiative bietet dem Unternehmen Boehringer Ingelheim, das sich der Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität verschrieben hat, die Möglichkeit, innovative Life Science Unternehmen in frühen Forschungsphasen mit seiner umfassenden Branchenexpertise und relevantem Fachwissen zu unterstützen, damit aus anfänglichen Visionen die nächsten bahnbrechenden Entwicklungen entstehen.

Proxygen hat Anspruch auf Up-front-Zahlungen, Unterstützung im Bereich Forschung und Entwicklung, Meilenstein-basierte Entwicklungszahlungen sowie gestaffelte Lizenzgebühren auf Grundlage künftiger Handelsumsätze mit entwickelten Produkten.

Boehringer Ingelheim
Die Entwicklung neuer und besserer Medikamente für Menschen und Tiere ist das, was unsere Arbeit ausmacht. Unser Auftrag ist es, bahnbrechende Therapien zu entwickeln, die Leben verändern. Seit der Gründung im Jahr 1885 ist Boehringer Ingelheim unabhängig und in Familienbesitz. Dadurch sind wir frei, unsere langfristige Vision zu verfolgen: die gesundheitlichen Herausforderungen der Zukunft zu identifizieren und dort tätig zu werden, wo wir am meisten erreichen können.

In unserem weltweit führenden, forschungsgetriebenen Unternehmen schaffen täglich über 51.000 Mitarbeitende Werte durch Innovation in unseren drei Geschäftsbereichen: Humanpharma, Tiergesundheit und Biopharmazeutische Auftragsproduktion. Im Jahr 2019 erzielte Boehringer Ingelheim Umsatzerlöse von 19 Milliarden Euro. Unsere umfassenden Investitionen von knapp 3,5 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung wirken als Innovationstreiber und ermöglichen die nächste Generation von Medikamenten, die Leben retten und Lebensqualität verbessern.

Wir können mehr wissenschaftliche Chancen nutzen, indem wir auf die Kraft von Partnerschaften und die Vielfalt der Expertinnen und Experten in den Life Sciences setzen. Durch Zusammenarbeit können wir den nächsten medizinischen Durchbruch schneller erreichen, der das Leben heutiger und zukünftiger Patienten verändern wird.

Weitere Informationen zu Boehringer Ingelheim finden Sie unter http://www.boehringer-ingelheim.de und in unserem Unternehmensbericht: https://unternehmensbericht.boehringer-ingelheim.de/

Proxygen
Proxygen entwickelt Therapien gegen Krebs und weitere lebensbedrohliche Krankheiten, indem es das zelluläre Protein-Qualitäts­Kontrollsystem mithilfe spezieller Arzneimittel, sogenannter "molekularer Klebstoffe", neu programmiert. Anstelle eines Blockierens der Aktivität schädlicher Proteine ermöglichen diese Moleküle ihre vollständige, zielgerichtete und selektive Eliminierung. Hieraus ergibt sich ein klar erkennbarer Weg des Abzielens auf Proteine, die zwar als bedeutende Krankheitstreiber bekannt sind, bisher aber über herkömmliche Vorgehensweisen im Bereich der Drug Discovery nicht erreicht werden konnten. Aus diesem Grund gelten molekulare Klebstoffe als eine der vielversprechendsten therapeutischen Innovationen der letzten Jahrzehnte. Proxygen mit Sitz in Wien, das als ein Spin-out des CeMM, das Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, gegründet wurde, nutzt seine unternehmenseigenen Discovery Engine für die systematische Suche nach neuartigen molekularen Klebstoffen und verfolgt das Ziel, diese Moleküle letztlich in die klinische Praxis zu bringen.

Weitere Informationen zu Proxygen finden Sie unter: http://www.proxygen.com

(Ende)
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