Bildung und Kultur als zentrales Reisemotiv
Türkei plant weiteren Ausbau der antiken Besucherzentren mit Museen
Istanbul (pts008/22.07.2026/09:25)
Der weltweite Reisemarkt wird zunehmend von Bildungs- und Kulturreisen dominiert, die inzwischen 55,6 Prozent der Tourismuswertschöpfung ausmachen. Prognosen zufolge wird der Branchensektor bis 2033 von 647,5 Mrd. auf 937 Mrd. US-Dollar anwachsen, pro Jahr ein Plus von durchschnittlich 5,4 Prozent. Die Türkei plant dem Trend folgend ihre archäologischen Konservierungsprojekte weiter auszubauen.
Besonders hervorzuheben sind Göbeklitepe, die älteste bekannte von Menschenhand geschaffene Monumentalanlage der Welt, oder die legendäre Stadt Troja, die gerade jetzt wieder durch Christopher Nolans Odyssee in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt ist. Zu den jüngsten Initiativen zählen die umfangreichen Restaurierungs-, Renovierungs- und Landschaftsgestaltungsarbeiten der antiken Hafenstadt Andriake mit dem Museum der Lykischen Zivilisationen in Demre (Antalya) sowie die Eröffnung des neuen Besucherzentrums Syedra bei Alanya – beides an der türkischen Riviera.
Reise ins antike Lykien
Als Hafen von Myra war Andriake einst ein wichtiger Handelsplatz im antiken Lykien. Bis hinein in die oströmische Zeit zählte der Ort zu den bedeutendsten der Region. Heute kann man die bemerkenswert gut erhaltenen Ruinen erkunden, Highlights sind das Aquädukt, das die Stadt einst mit Frischwasser versorgte, das Nymphäum – ein monumentaler römischer Brunnen, die Hafenstraße, die gut erhaltenen Schiffsunterstände entlang der Straße und die Agora Plakoma.
Andriake liegt am Lykischen Weg, dem ersten Fernwanderweg in der Türkei. Diese Wanderroute wurde von Reisejournalisten als eine der schönsten Europas ausgezeichnet. Im Zuge der archäologischen Revitalisierungsarbeiten wurden umweltfreundliche Holzstege und gespaltene Granitsteine verwendet, um den historischen Charakter zu erhalten. Das neue Museum der Lykischen Zivilisationen selbst wurde im antiken Getreidespeicher (Granarium) eingerichtet.
Zu sehen sind Skulpturen, Sarkophage, Inschriften, Münzen und weitere Funde in modernen Ausstellungsräumen, die einen faszinierenden Einblick in das Leben und die Kultur Lykiens liefern. Zu den bemerkenswertesten Neuerwerbungen des Museums zählen auch Glaspaneele und Rosetten, die mit der Millefiori-Technik verziert sind. Sie wurden 2024 in Andriake entdeckt und zeugen vom außergewöhnlichen Handwerk der anatolischen Glaskunst.
Am Gipfel von Asartepe
Das neu eröffnete Besucherzentrum Syedra wurde auf dem Gipfel eines Hügels mit herrlichem Ausblick über Asartepe erbaut. Archäologische Ausgrabungen belegen, dass die Stadtgeschichte bis ins 9. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht. Ihre Blütezeit erlebte der Ort während der römischen und oströmischen Ära, was die vielen sichtbaren Überreste erklärt, u.a. die Säulenstraße, das Große Bad, das Versammlungsgebäude und die Taufgrotte. Das Syedra-Mosaik im gut erhaltenen Großen Bad der Stadt, das alle Taten des Herakles auf einer einzigen Tafel darstellt, gilt als einzigartiges Beispiel antiker Mosaikkunst. Geöffnet täglich von 9 bis 18 Uhr.
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(Ende)| Aussender: | Türkei Tourismus Information |
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