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pte20220513024 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Bessere Lithium-Dosierung bei bipolarer Störung

Suche nach der richtigen Menge des zu verabeichenden Medikaments soll deutlich verkürzt werden


Bipolare Störung: Lithium stabilisiert Zustand bei vielen Patienten (Foto: pixabay.de/FerGalindo980)
Bipolare Störung: Lithium stabilisiert Zustand bei vielen Patienten (Foto: pixabay.de/FerGalindo980)

Stockholm (pte024/13.05.2022/11:30) -

Sechs Prädiktoren können dabei helfen, die Menge an Lithium festzulegen, die für die Behandlung von Patienten mit einer bipolaren Störung erforderlich ist. Zu dem Ergebnis kommt eine groß angelegte Studie unter der Leitung des Karolinska Institutet http://ki.se/en . Zusätzlich wurden genetische Marker festgelegt, die zu beeinflussen scheinen, wie rasch der Körper das Lithium aus seinem System wieder ausscheidet. Laut Seniorautor Martin Schalling ermöglicht dieses Modell, wertvolle Zeit bei der Suche nach der richtigen Dosis zu sparen und damit sogar Leben zu retten.

Sechs Prädiktoren identifiziert

Lithium ist eine der wichtigsten Behandlungen für Patienten mit einer bipolaren Störung. Die Krankheit steht mit einem erhöhten Suizidrisiko in Verbindung. Die chemische Substanz wirkt als Stimmungsstabilisierer und verringert die Episoden von Depression und Manie. Wie hoch die Dosis sein muss, kann von Patient zu Patient sehr verschieden sein. Die richtige Dosis ist entscheidend. Eine zu hohe Dosis kann giftig sein, eine zu niedrige Dosis unwirksam. Um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern, beginnen Ärzte die Behandlung meist mit einer geringen Dosis, die im Laufe der Zeit gesteigert wird. Das bedeutet, dass es Monate dauern kann, bis die Behandlung wirksam wird.

Wissenschaftler suchen seit Langem nach einem Modell, das die Dosisreaktion bei individuellen Patienten vorhersagt. Frühere Studien haben Marker wie Alter, Geschlecht und Nierenfunktion als mögliche Prädiktoren dafür identifiziert, wie schnell der Körper das Lithium wieder ausscheidet. Diese Lithium-Clearance kann eingesetzt werden, um die tägliche Dosis festzulegen. Die meisten Studien waren jedoch durch die geringe Größe des Samples eingeschränkt. Für die aktuelle Studie haben die Forscher die elektronischen Krankenakten und Registerdaten von 2.357 Patienten mit bipolarer Störung analysiert. Bei den Teilnehmern handelte es sich um Männer und Frauen zwischen 17 und 89 Jahren mit vorwiegend europäischer Abstammung.

Bessere Entscheidungen treffen

Die Wissenschaftler haben Verbindungen gefunden zwischen der Geschwindigkeit der Lithium-Clearance und Alter, Geschlecht, Nierenfunktion, der Lithium-Konzentration im Serum und der Verabreichung von Diuretika sowie von Substanzen, die auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) abzielen und zur Behandlung von Bluthochdruck und anderen Krankheiten eingesetzt werden. Laut Erstautor Vincent Millischer weisen die Ergebnisse darauf hin, dass ältere Patienten, Personen mit einer reduzierten Nierenfunktion und jene, die bestimmte Medikamente einnehmen, eine geringere Dosis Lithium brauchen.

"Wir haben auch entdeckt, dass die Menge des eingenommenen Lithiums und die Lithium-Konzentration im Blut nicht völlig proportional zu sein scheinen. Unser Modell erklärte, basierend auf diesen Prädiktoren, rund 50 bis 60 Prozent der Abweichungen in der Lithium-Clearance. Das ist besser als bisherige Modelle und könnte dabei helfen, Behandlungsentscheidungen zu treffen", so Millischer. Die Studie fand zudem Zusammenhänge zwischen einer geringeren Lithium-Clearance und einem Genort auf dem Chromosom 11.

Zusätzlich konnte nachgewiesen werden, dass genetische Varianten, die den BMI und die Nierenfunktion beeinflussen, mit der Lithium-Clearance in Verbindung stehen. Obwohl das Hinzufügen der genetischen Marker die Vorhersagefähigkeit des Modells nur geringfügig verbessert hat, eröffnen sich laut den Forschern dadurch Möglichkeiten einer personalisierten Behandlung. Laut Schalling wird das Modell als nächsten in einer klinischen Studie getestet, um festzustellen, ob die Zeitspanne bis zur Festlegung der richtigen Dosis Lithium verringert werden kann. Details wurden in "The Lancet Psychiatry" veröffentlicht.

(Ende)
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