pte20240710021 Umwelt/Energie, Politik/Recht

Finanztaxonomien schöpfen Potenzial nicht aus

DIW hat 26 Länder und Wirtschaftsregionen untersucht - Gesetzgebung der EU schneidet gut ab


Regenerative Energie: Forscher nehmen Taxonomien in den Fokus (Bild: pixabay.com, PIRO4D)
Regenerative Energie: Forscher nehmen Taxonomien in den Fokus (Bild: pixabay.com, PIRO4D)

Berlin (pte021/10.07.2024/13:45)

Das Potenzial von Finanztaxonomien als Instrument für den Übergang zur Klimaneutralität wird noch nicht voll ausgeschöpft. Zu dem Schluss kommen Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Forscher haben nachhaltige Finanztaxonomien in 26 Ländern und Wirtschaftsregionen weltweit anhand verschiedener Kriterien untersucht.

Harmonisierung notwendig

Den Fachleuten nach sind nicht alle Konzepte geeignet, um den Übergang in die Klimaneutralität zu unterstützen, wobei die vieldiskutierte EU-Taxonomie gingegen gut abschneidet. Das Fazit der Wissenschaftler: Eine weltweite Harmonisierung der Taxonomien ist langfristig unerlässlich.

"Es ist zu begrüßen, dass immer mehr Länder das Instrument der Taxonomie nutzen, um Finanzströme in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken. Unsere Analyse zeigt aber auch, dass in zahlreichen Ländern nachgebessert werden sollte und vor allem globale Standards notwendig sind", verdeuticht Studienautorin Catherine Marchewitz.

Breite Transparenz gefragt

Die meisten der untersuchten Taxonomien erfassen nicht alle emissionsrelevanten Wirtschaftsaktivitäten und -sektoren und gelten nicht für alle Marktteilnehmer oder Finanzprodukte, heißt es. Während einige Taxonomien über 90 Prozent der nationalen Emissionen abdecken, seien es bei anderen weniger als die Hälfte.

Einen weiteren Schwachpunkt der Taxonomien sehen die Wirtschaftsforscher darin, dass sie nur selten an Offenlegungs- und Berichtspflichten für Unternehmen geknüpft sind. Oft mangele es auch an Kriterien und Schwellenwerten, die im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen stehen.

Eine gute potenzielle Wirksamkeit bescheinigt das DIW den Taxonomien der EU, dem Verbund der südostasiatischen Staaten (ASEAN), aber auch Georgien, Kolumbien, Südkorea, Singapur und Sri Lanka. Die EU, so die Forscher, kann besonders damit punkten, dass der Kreis der Marktteilnehmer, die die Taxonomie anwenden können, sehr groß ist. Am schlechtesten schneiden die Taxonomien von Israel, Russland, Südafrika, Malaysia und Usbekistan ab.

(Ende)
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