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pte20220801025 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Hightech-Weste überwacht Lungenfunktionen

In "Pneumo.Vest" verbaute Akustiksensoren erfassen sämtliche noch so kleine Geräusche


Textilweste: Integrierte Akustiksensoren hören den Thorax ab (Foto: ikts.fraunhofer.de)
Textilweste: Integrierte Akustiksensoren hören den Thorax ab (Foto: ikts.fraunhofer.de)

Berlin (pte025/01.08.2022/13:55) -

Fsorscher des Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS http://ikts.fraunhofer.de haben im Projekt "Pneumo.Vest" eine Technologie entwickelt, bei der Akustiksensoren in einer Textilweste Lungengeräusche erfassen. Eine Software setzt die Signale in eine visuelle Darstellung um. So lassen Patienten auch außerhalb von Intensivstationen fortlaufend überwachen.

Piezokeramik im Einsatz

In der Vorder- und Rückseite der Weste sind Akustiksensoren auf Piezokeramik-Basis eingearbeitet. Diese registrieren rund um den Thorax jedes noch so leise Geräusch, das die Lunge produziert. Eine Software nimmt die Signale auf und gibt diese elektrisch verstärkt aus. Zusätzlich erscheint eine visuelle Darstellung der Lunge auf einem Display. Da die Software die Position jedes einzelnen Sensors kennt, platziert sie dessen Daten gleich an der entsprechenden Stelle. So entsteht ein detailreiches akustisches wie optisches Szenario der Belüftungssituation aller Lungenbereiche.

Da das System die Daten permanent erfasst und speichert, kann die Untersuchung zu jedem beliebigen Zeitpunkt ohne Beisein des Krankenhauspersonals erfolgen. Zudem zeigt Pneumo.Vest den Status der Lunge im zeitlichen Verlauf, also beispielsweise über die vergangenen 24 Stunden. Auch die klassische Auskultation direkt am Patienten ist möglich. Doch anstelle der manuellen und punktuellen Auskultation mit dem Stethoskop kommen viele Sensoren gleichzeitig zum Einsatz, heißt es.

Speicherung, Darstellung, Analyse

Herzstück der Weste ist neben den Akustiksensoren die Software. Sie ist für die Speicherung, Darstellung und Analyse der Daten zuständig. Mit ihr kann der Arzt das akustische Geschehen in einzelnen Lungenbereichen gezielt auf dem Display betrachten. Der Einsatz von Algorithmen der digitalen Signalverarbeitung ermöglicht eine gezielte Bewertung akustischer Signale. So ist es beispielsweise möglich, den Herzschlag herauszufiltern oder charakteristische Frequenzbereiche zu verstärken. Lungengeräusche wie Rascheln oder Röcheln sind dann viel deutlicher hörbar.

(Ende)
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