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pte20220729040 Handel/Dienstleistungen, Unternehmen/Wirtschaft

Stagnierendes BIP nicht gleich eine Rezession

IfW-Kiel-Konjunkturexperte Jannsen gibt Entwarnung und verweist auf hohe Auftragsbestände


Durchrechnen: Stagnierendes BIP ist noch keine Rezession (Foto: pixabay.com, geralt)
Durchrechnen: Stagnierendes BIP ist noch keine Rezession (Foto: pixabay.com, geralt)

Wiesbaden/Kiel (pte040/29.07.2022/13:55) -

Das BIP hat sich aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) http://destatis.de im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres preis-, saison- und kalenderbereinigt nicht verändert. Eine Rezession zeichnet sich laut Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am IfW Kiel http://ifw-kiel.de , angesichts der neuen Destatis-Zahlen derzeit aber noch nicht ab.

Weiter starker Konsum

"Gegen eine Rezession spricht, dass sich der private Konsum noch aus den seit Beginn der Pandemie hohen zusätzlichen Ersparnissen speisen kann und bei den privaten Haushalten nach den pandemiebedingt eingeschränkten Konsummöglichkeiten weiterhin Nachholbedarf besteht. Zudem verfügen die Unternehmen über hohe Auftragsbestände, die es ihnen erlauben auch bei einer vorübergehenden Auftragsflaute oder Stornierungen von Aufträgen, ihre Produktion auszuweiten, wenn die Lieferengpässe nachlassen", so Jannsen.

Gestützt wurde die deutsche Wirtschaft vor allem von den privaten und staatlichen Konsumausgaben, während der Außenbeitrag das Wirtschaftswachstum dämpfte. Die schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit anhaltender Pandemie, gestörten Lieferketten, steigenden Preisen und dem Krieg in der Ukraine schlagen sich deutlich in der konjunkturellen Entwicklung nieder. Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft noch gewachsen (revidiert plus 0,8 Prozent).

BIP entspricht Erwartungen

"Das maue zweite Quartal entspricht im Wesentlichen den Erwartungen der Konjunkturprognosen aus dem Frühjahr. Die deutsche Wirtschaft war gegenläufigen Kräften ausgesetzt. Während die hohe Inflation und die massiven Lieferengpässe die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gebremst haben, hat sich in den besonders von der Pandemie belasteten Dienstleistungsbranchen eine kräftige Erholung eingestellt", kommentiert Jannsen die neuen Zahlen.

Laut Destatis war das BIP im Vorjahresvergleich im 2. Quartal 2022 preisbereinigt 1,5 Prozent höher als im zweiten Quartal 2021, in dem die deutsche Wirtschaft von den Folgen der dritten Pandemiewelle stark betroffen war. Preis- und kalenderbereinigt betrug das BIP-Wachstum des zweiten Quartals 2022 im Vorjahresvergleich 1,4 Prozent. Im Vergleich zum vierten Quartal 2019, dem Quartal vor Corona-Beginn, lag das BIP im zweiten Quartal 2022 noch um 0,2 Prozent niedriger (preis-, saison- und kalenderbereinigt).

(Ende)
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