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pte20220622017 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Gleichgewichtsprobleme erhöhen Sterberisiko

Brasilianische Erhebung weist Zusammenhang erstmals nach - Zehn-Sekunden-Test zur Vorsorge


Gleichgewicht halten: Balance nimmt mit Alter merklich ab (Foto: pixabay.com, e_stamm)
Gleichgewicht halten: Balance nimmt mit Alter merklich ab (Foto: pixabay.com, e_stamm)

Rio de Janeiro (pte017/22.06.2022/10:30) -

Wer ab der Mitte seinesLebens nicht mehr zehn Sekunden lang auf einem Bein stehen kann, hat ein fast doppelt so hohes Risiko eines Todes aufgrund jeder Ursache in den nächsten zehn Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Clinimex Medicina do Exercicio http://clinimex.com.br . Dieser einfache und sichere Gleichgewichtstest könnte bei Routineuntersuchungen für ältere Erwachsene gemacht werden, so die Forscher unter der Leitung von Claudio Gil Araujo. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, besteht kein Kausalzusammenhang.

"CLINIMEX Exercise"-Studie

Anders als aerobe Fitness, Muskelkraft und Beweglichkeit, bleibt das Gleichgewicht bis zum sechsten Lebensjahrzehnt recht gut erhalten. Dann beginnt es, relativ rasch schlechter zu werden. Die Beurteilung des Gleichgewichts ist jedoch nicht in den Gesundheits-Checks bei Menschen mittleren Alters enthalten. Der Grund dafür ist möglicherweise, dass es keinen standardisierten Tests dafür gibt und dass nur wenige harte Daten existieren, die sie mit anderen klinischen Ergebnissen als Stürzen in Verbindung bringt. Details wurden im "British Journal of Sports Medicine" publiziert.

Die Forscher nutzen die Daten der "CLINIMEX Exercise"-Kohortenstudie. Sie wurde 1994 ins Leben gerufen, um Zusammenhänge zwischen verschiedenen Maßstäben körperlicher Fitness, mit Sport in Verbindung stehenden Variablen, konventionellen kardiovaskulären Risikofaktoren und einer schlechten Gesundheit sowie dem Eintreten des Todes zu untersuchen. Die aktuelle Analyse umfasst 1.702 Personen zwischen 51 und 75 Jahren. Das Durchschnittsalter liegt bei 61 Jahren. Der Beobachtungszeitraum lag zwischen Februar 2009 und Dezember 2020. Mit 68 Prozent waren rund zwei Drittel der Teilnehmer Männer.

Das Gewicht und mehrere Messungen der Hautfaltendicke sowie der Taillenumfang wurden erhoben. Details zur medizinischen Vorgeschichte wurden zur Verfügung gestellt. Nur Personen mit einem stabilen Gang wurden in die Studie aufgenommen. Als Teil des Check-ups wurden die Teilnehmer ersucht, ohne zusätzliche Unterstützung zehn Sekunden lang auf einem Bein zu stehen. Um die Standardisierung des Tests zu verbessern, wurden die Teilnehmer ersucht, den freien Fuß hinter dem Unterschenkel des stehenden zu platzieren und die Hände an den Seiten zu belassen sowie den Blick geradeaus zu richten. Bis zu drei Versuche bei jedem Fuß waren dabei zulässig.

Jeder Fünfte besteht Test nicht

Insgesamt sind 348 Teilnehmer, also rund einer von fünf oder 20,5 Prozent, bei diesem Test gescheitert. Die Unfähigkeit nahm mit steigendem Alter zu. Sie verdoppelte sich ab der Altersgruppe 51 bis 55 Jahre in Abständen von fünf Jahren. Bei den 51 bis 55 Jahre alten Teilnehmern lag der Wert bei fast fünf Prozent. Mit 56 bis 60 Jahren konnten fast acht Prozent der Personen den Test nicht mehr absolvieren. Zwischen 61 und 65 Jahren lag dieser Wert knapp unter 18 Prozent und bei 66 bis 70 Jahren pendelte er sich bei knapp unter 37 Prozent ein. Mit 54 Prozent war mehr als die Hälfte der Teilnehmer zwischen 71 und 75 Jahren nicht mehr in der Lage den Test zu bestehen.

Anders ausgedrückt, scheiterten Personen dieser Altersgruppe mehr als elf Mal so wahrscheinlich beim Test als Menschen, die 20 Jahre jünger sind. Während dem durchschnittlichen Überwachungszeitraum von sieben Jahren starben 123 Personen. Das entspricht sieben Prozent. 32 Prozent starben an Krebs, 30 Prozent an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neun Prozent an einer Atemwegserkrankung und sieben Prozent an den Komplikationen von COVID-19. Es gab keine klaren zeitlichen Trends bei den Todesfällen oder Unterschiede in den Ursachen zwischen den Studienteilnehmern, die den Test bestanden und jenen Personen, die dazu nicht in der Lage waren.

Der Anteil der Todesfälle war bei jenen signifikant höher, die den Test nicht schafften. Die Werte lagen bei 17,5 versus 4,5 Prozent. Das ergibt eine absolute Differenz von fast 13 Prozent. Der Gesundheitszustand jener, die den Test nicht schafften, war schlechter. Ein höherer Anteil war fettleibig und oder litt an einer Herzkrankheit, Bluthochdruck und ungesunden Werten bei den Blutfetten. Typ-2-Diabetes war in dieser Gruppe drei Mal so häufig vertreten. Hier lagen die Werte bei 38 Prozent im Gegensatz zu rund 13 Prozent. Nachdem Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen berücksichtigt worden waren, stand das Unvermögen mit einem um 84 Prozent erhöhten Risiko in Verbindung, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu sterben.

(Ende)
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