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pte20220610004 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Social Media schüren antisemitischen Hass

TikTok als Brutstätte identifiziert - Antijüdische Nutzernamen um 1.375 Prozent angestiegen


TikTok: Brutstätte für gewalttätigen und extremistischen Content (Bild: pixabay.com, Sayyid 96)
TikTok: Brutstätte für gewalttätigen und extremistischen Content (Bild: pixabay.com, Sayyid 96)

Waltham (pte004/10.06.2022/06:15) -

Laut der Anti-Defamation League http://adl.org war das Jahr 2021 ein Tiefpunkt in der Geschichte des US-Antisemitismus. Die Organisation verzeichnete in diesem 2.717 antisemitische Vorfälle. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1979. Das Buch "Antisemitism on Social Media", herausgegeben von Sabine von Mering von der Brandeis University http://brandeis.edu und Monika Hübscher von der University of Haifa http://haifa.ac.il hat untersucht, wie Twitter, Facebook, Tiktok und Co diesen Anstieg sogar noch anheizen könnten.

Von "read siege" bis "deep state"

Den Autoren nach handelt es sich bei der Rechten heute um eine lose, chaotische und dezentrale Ansammlung von Gruppen. Werde eine Gruppierung von einer Plattform gesperrt, wechsle sie zur nächsten. Anfang der 2010er-Jahre verankerten Rechte im Social Web die Botschaft "read siege", ein Verweis auf einen gewalttätig antisemitischen Text von James Mason aus den 1980er-Jahren. Da die Meme kodiert war, wurde sie von den Plattformen der sozialen Medien nicht als Hassrede gekennzeichnet und es kam zu einer weiten Verbreitung.

Den meisten Studien nach machen antisemitische Postings weltweit unter ein Prozent aus. Eine groß angelegte Umfrage kam sogar zu dem Ergebnis, dass es nur 0.00015 Prozent sein dürften. Das Gros der Ergebnisse weise darauf hin, dass antisemitischer Content viel weniger sichtbar sein dürfte als allgemein angenommen. Die QAnon-Bewegung, die die sozialen Medien nutzt, um von den Rändern in den politischen Mainstream zu gelangen, scheint sich vorwiegend darauf zu konzentrieren, Verschwörungstheorien über Donald Trump und die Demokratische Partei zu verbreiten.

Verschwörungstherorien boomen

Auch wenn Gruppen nicht explizit auf Antisemitismus setzen, so die Autoren, beziehen sich ihre Verschwörungstherorien trotzdem auf historisch antisemitisches Wissen und Themen. Der "deep state" lasse sich bis in das späte 18. Jahrhundert zurückverfolgen, als der lutherische Pfarrer Johann Heinrich Schulz die Juden beschuldigte, sich von den Gesellschaften in denen sie lebten, abzuschotten und so einen "Staat im Staate" zu bilden, der mittels ihrer eigenen religiösen Gesetze regiert werde.

Auch in den Protokollen der Weisen von Zion geht die Idee vom Staat im Staat Hand in Hand mit der Vorstellung einer jüdischen Weltverschwörung. Es gebe Parallele zwischen der Besessenheit von QAnon in Bezug auf den jüdischen Fianzier und Philantrophen George Soros und historischen antisemitischen Verschwörungstheorien über die jüdische Bankiersfamilie Rothschild. Die Konzentration von QAnon auf Pädophilie und sexuellen Missbrauch hingegen habe ihre Wurzeln in der Ritualmordlegende, nach der Juden christliche Kinder beim Passahfest rituell opfern.

Oft Gefahr für Tweens und Teens

TikTok ist den Wissenschaftlern nach inzwischen Magnet und Brutstätte für gewalttätigen und extremistischen Content geworden. Das gebe vor allem Anlass zur Besorgnis, da die Plattform bei Tweens und Teens sehr beliebt ist. Die Experten haben jeweils die Inhalte von Februar bis Mai 2020 und 2021 untersucht. Dabei stellten sie eine Zunahme der antisemistischen Postings um 41 Prozent fest. Antisemitische Kommentare stiegen um 912 Prozent an. Antisemitische User-Namen erlebten einen Anstieg um 1.375 Prozent.

Trotz dieser hohen Anstiege, blieb das tatsächliche Ausmaß des Contents im Vergleich zur Gesamtmenge gering, heißt es Eine Nutzerzahl von mehr als einer Mrd. bedeutet aber trotzdem, dass bereits ein Posting eine Vielzahl von Menschen erreichen kann. Auf einen antisemitische Song über Juden, die in Auschwitz getötet werden, wurde weltweit mehr als sechs Mio. Mal zugegriffen.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Moritz Bergmann
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