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pte20220530023 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Herztransplantation: Virtuelle Biopsie realisiert

Wesentlich schonenderes MRT-Verfahren bereits in Australien erfolgreich bei Patienten getestet


Spenderherz: Gefahr der Abstoßung oftmals sehr groß (Foto: pixabay.com, gfkDSGN)
Spenderherz: Gefahr der Abstoßung oftmals sehr groß (Foto: pixabay.com, gfkDSGN)

Darlinghurst (pte023/30.05.2022/10:30) -

Die Tage, an denen sich Patienten nach einer Herztransplantation invasiven Biopsien unterziehen müssen, könnten bald vorbei sein. Das neue MRT-Verfahren einer virtuellen Biopsie hat sich laut einer Studie des Victor Chang Cardiac Research Institute http://victorchang.edu.au und des St Vincent's Hospital http://svhs.org.au als sicher und wirksam erwiesen. Komplikationen und Krankenhausaufenthalte bei den Betroffenen konnten so reduziert werden.

Ödem Hinweis auf Entzündung

Die virtuelle Biopsie ist darauf ausgerichtet, jedes Anzeichen einer Abstoßung des Organs sofort zu erkennen. Weltweit werden laut den Forschern jährlich rund 3.500 Herztransplantationen durchgeführt. Dem leitenden Wissenschaftler Andrew Jabbour nach wird die neue Entwicklung zu entscheidenden Verbesserungen in der medizinischen Versorgung der Patienten führen. "Die virtuelle Biopsie braucht weniger Zeit, ist nicht-invasiv, kostengünstiger, kommt ohne Strahlung oder Kontrastmittel aus und wird auch von den Patienten eindeutig bevorzugt."

Beim invasiven Verfahren werden Gewebeproben direkt aus dem Herzen entnommen. Normalerweise wird dieser Eingriff im ersten Jahr nach der Transplantation rund zwölf Mal durchgeführt. Das neue MRT-Verfahren erkennt der Studie zufolge eine Abstoßung des Spenderherzens genau. Es beruht auf der Analyse der Herzödeme, die, wie die Forscher nachweisen konnten, in einem engen Zusammenhang mit einer Entzündung des Herzens stehen.

Zusätzlich Gentest entwickelt

Für die Studie wurden 40 transplantierte Patienten des St Vincent's Hospital nach dem Zufallsprinzip entweder mit traditionellen Biopsien oder dem neuen Verfahren medizinisch versorgt. Die in "Circulation" veröffentlichten Forschungsergebnisse belegen, dass der neue Test bei der Entdeckung einer Abstoßung genauso wirksam ist. Bei nur sechs Prozent der Patienten wurde zur Klärung offener Fragen noch eine klassische Biopsie durchgeführt.

Die Forscher planen bereits eine größere multizentrische Studie, um die Anwendbarkeit der Ergebnisse auszuweiten und auch Kinder behandeln zu können, bei denen eine Transplantation durchgeführt wurde. Zusätzlich entwickelt das Team einen neuen Gentest, der gemeinsam mit dem MRT eingesetzt werden soll. Er soll Anzeichen einer Abstoßung über genetische Anzeichen einer spenderspezifischen Entzündung im Blutstrom identifizieren. Das neue Verfahren wird auch dahingehend adaptiert werden, dass eine Entzündung des Herzens auch bei der breiteren Bevölkerung nachgewiesen werden kann.

(Ende)
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