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pte20220111001 Umwelt/Energie, Forschung/Entwicklung

Batterie für Windstrom auf dem Meeresgrund

Konzeption von Ocean Grazer soll erneuerbare Energien künftig wetterunabhängig machen


Volle (llinks) und entladene (rechts) Batterie am Meeresgrund (Grafik: rug.nl)
Volle (llinks) und entladene (rechts) Batterie am Meeresgrund (Grafik: rug.nl)

Groningen/Las Vegas (pte001/11.01.2022/06:00) -

Mit einem Stromspeicher auf dem Meeresgrund wollen Forscher des Unternehmens Ocean Grazer, einer Ausgründung aus der Universität im niederländischen Groningen, sicherstellen, dass Offshore-Windkraftwerke auch dann Strom liefern, wenn der Wind schwächelt oder gar nicht weht. Heute liefern Wind und Solarkraftwerke nur Strom, wenn Wetter und Tageszeit es zulassen. Die „Ocean Battery" der Niederländer überbrückt die Zeiten, in denen Flaute herrscht.

[b]Betontank fasst 20 Millionen Liter[/b]

Die Batterie auf dem Meeresgrund besteht aus drei Komponenten. Die erste ist ein Betontank, der weitgehend im Meeresboden verbuddelt wird und bis zu 20 Millionen Liter fasst. Er ist verbunden mit dem eigentlichen Kraftwerk, in dem sich eine Pumpe, eine Turbine und ein Generator befinden. Die dritte Komponente besteht aus einem druckfesten langegestreckten Ballon, der auf dem Meeresboden verankert ist.

[b]Rückkehr in den Betontank[/b]

Wenn die zugehörigen Windgeneratoren mehr Strom erzeugen als das Netz aktuell verkraften kann, wird er genutzt, um die Pumpe im Kraftwerk laufen zu lassen. Sie drückt Wasser aus dem Betontank in die flexible Hülle, die immer dicker wird, bis der Nenndruck erreicht ist. Ein Ventil sorgt dafür, dass es nicht gleich wieder zurück in den Betontank fließt. Herrscht Strommangel wird genau dieses Ventil geöffnet. Die Wassersäule über dem flexiblen Tank drückt das Wasser ins Kraftwerk. Dort treibt es eine Turbine an, die mit einem Generator zur Stromerzeugung verbunden ist, und landet schließlich wieder im Betontank. Ocean Grazer stellte das Konzept gerade auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas vor.

[b]Lebensdauer soll 20 Jahre betragen[/b]

Der Stromspeicher, der den Niederländern vorschwebt, hat eine Kapazität von 20 Megawattstunden, das ist der Jahresverbrauch von fünf Haushalten. Klingt wenig, doch wenn tausende Offshore-Windgeneratoren mit einem solchen Puffer ausgestattet werden, lässt sich beachtlich viel Überschussstrom speichern. Der Wirkungsgrad soll bei 70 bis 80 Prozent liegen, die Lebensdauer bei 20 Jahren.

[b]Fraunhofer versuchte es mit einer Betonkugel[/b]

Ein ähnliches Konzept haben Forscher am Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik in Kassel entwickelt und 2017 erfolgreich getestet. Sie versenkten einen Kugeltank aus Beton vor Überlingen im Bodensee. Einströmendes Wasser wurde mit Hilfe einer Turbine und eines Generators in Strom umgewandelt. Umgekehrt wurde Wasser aus dem Tank herausgepresst, wenn Überschussstrom zur Verfügung stand.



(Ende)
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