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pte20210924001 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Insulinresistenz fördert schwere Depression

Risiko ist doppelt so hoch - Daten von Teilnehmern einer US-Langzeitstudie ausgewertet


Blutzuckermessung: Resistenz folgenreich (Foto: pixabay.com, Martin Büdenbender)
Blutzuckermessung: Resistenz folgenreich (Foto: pixabay.com, Martin Büdenbender)

Stanford (pte001/24.09.2021/06:00) - Forscher von Stanford Medicine http://med.stanford.edu bringen Insulinresistenz mit einem erhöhten Risiko einer schweren depressiven Störung in Zusammenhang. Laut Forschungsleiterin Natalie Rasgon verdoppelt die Resistenz das Erkrankungsrisiko auch dann, wenn eine Person zuvor noch nie unter Depressionen gelitten hat. Im Gegensatz zu Kindheitstraumata sei eine Insulinresistenz jedoch vermeidbar. Sie ließe sich durch Ernährung, Sport Medikamente verringern oder beseitigen.

Verschiedenste Auslöser

Studien haben bestätigt, dass zumindest eine von drei Personen eine Insulinresistenz hat. Viele der Betroffenen wissen das nicht. Die Erkrankung entsteht nicht wie bei Typ-1-Diabetes durch ein Defizit der Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse, Insulin ins Blut auszuschütten, sondern aufgrund der verringerten Fähigkeit von Zellen im ganzen Körper, auf dieses Hormon zu reagieren. Ein steigender Anteil der Weltbevölkerung ist bereits gegen Insulin resistent. Details wurden im "American Journal of Psychiatry" publiziert.

Aufgrund verschiedenster Auslöser, wie einer zu hohen Kalorienzufuhr, Bewegungsmangel oder dem Fehlen ausreichenden Schlafes, binden sich die Insulinrezeptoren nicht mehr richtig an das Insulin an. Schließlich werden die Blutzuckerwerte chronisch hoch. Wenn diese Werte über einem bestimmten Grenzwert bleiben, kommt es zur Diagnose Typ-2-Diabetes.

Als Teil einer übergreifenden Kooperation haben die Forscher Daten einer Langzeitstudie mit über 3.000 Teilnehmern analysiert. Die Netherlands Study of Depression and Anxiety sammelt detailliert die Ursachen und Folgen von Depressionen. Das Stanford-Team hat sich die Daten von 601 Männern und Frauen angesehen, die an der Langzeitstudie als Kontrollen dienten.

Zum Zeitpunkt ihrer Registrierung hatte keine dieser Personen je an Depressionen oder Angstgefühlen gelitten. Das Durchschnittsalter lag bei 41 Jahren. Die Forscher haben drei Proxies für eine Insulinresistenz entwickelt: den Nüchternblutzucker, den Taillenumfang und das Verhältnis des zirkulierenden Triglyceridspiegels zum zirkulierenden HDL, bekannt als "gutes" Cholesterin.

Viele eindeutige Ergebnisse

Es galt herauszufinden, ob Personen mit einer Insulinsresistenz ein erhöhtes Neun-Jahres-Risiko einer schweren depressiven Störung haben. Bei allen drei Werten war dies so. Die Experten haben auch entdeckt, dass ein leichter Anstieg der Insulinresistenz, wie durch das Verhältnis Triglyceride zu HDL gemessen, mit einem um 89 Prozent erhöhten Anstieg der neuen Erkrankungen an Depressionen in Verbindung stand. Ähnlich korrelierte jede Zunahme an Bauchfett um fünf Zentimeter mit einer um elf Prozent erhöhten Zahl an Depressionen.

Ein Anstieg der Nüchtern-Plasmaglukose um 18 Milligramm pro Deziliter Blut stand mit einer um 37 Prozent höheren Anzahl an Depressionen in Verbindung. Manche Teilnehmer waren laut der Erstautorin Kathleen Watson bereits zu Beginn der Studie insulinresistent. Es habe auch keine Möglichkeit gegeben, um herauszufinden, wann dieses Ereignis eingetreten sei.

"Wir wollten noch genauer herausfinden, wie früh diese Verbindung eintritt", so Watson. Daher beschränkten sich die Forscher in der nächsten Phase ihrer Analyse auf jene rund 400 Personen, die zusätzlich zum Fehlen von Depressionen auch zu Beginn der Studie keine Anzeichen einer Insulinresistenz aufwiesen. Innerhalb der ersten beiden Jahre der Studie wurden fast 100 dieser Teilnehmer insulinresistent.

(Ende)
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Ansprechpartner: Moritz Bergmann
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