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pte20210728002 Forschung/Entwicklung, Medien/Kommunikation

Vertrauen in Wissenschaft kann Unfug begünstigen

Nur kritisches Denken wappnet wirklich gegen Falschinformation


Wissenschaftlicher Look: Das kann täuschen (Foto: Jesse Orrico, unsplash.com)
Wissenschaftlicher Look: Das kann täuschen (Foto: Jesse Orrico, unsplash.com)

Philadelphia (pte002/28.07.2021/06:05) -

Die Menschen sollen der Wissenschaft vertrauen: Das ist eine gängige Forderung im Bezug auf Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie. Doch das alleine ist zu wenig und sogar riskant, warnt eine kürzlich im „Journal of Experimental Social Psychology" https://bit.ly/3i2ELgi erschienene Studie. „Wir schließen, dass Vertrauen in die Wissenschaft  Menschen anfällig für Pseudowissenschaft macht", so die Forscher. Wirklich wichtig ist demnach die Fähigkeit zur kritischen Bewertung von Behauptungen.

Vertrauen zu oft blind

„Die Menschen sind dafür anfällig, sich vom Drumherum der Wissenschaft täuschen zu lassen", erklärt Studien-Mitautorin Dolores Albarracín, Professorin an der University of Pennsylvania https://upenn.edu . Als Beispiel verweist sie auf Behauptungen, COVID-19-Impfungen enthielten Schad- oder andere gefährliche Inhaltsstoffe. „Das ist Täuschung, gibt aber vor, Wissenschaft zu sein." Menschen, die gelernt haben, einfach der Wissenschaft vertrauen, tun das oft auch in solchen Fällen blind – und sitzen daher dem Unfug auf. Das belegten Online-Experimente für die aktuelle Studie.

Albarracín und Kollegen an der University of Illinois at Urbana-Champaign https://illinois.edu haben Probanden dazu frei erfundene Geschichten über ein angebliches Virus aus dem Biowaffenlabor oder die Gefahren genetisch modifizierter Organismen vorgesetzt. Diese bedienten sich entweder wissenschaftlicher Sprache mit Kommentaren angeblicher Forscher oder aber den Aussagen sogenannter Aktivisten.  Personen ohne Vertrauen in die Wissenschaft haben beide Texte etwa gleich leicht geglaubt. Jene, die an sich der Wissenschaft vertrauen, waren dagegen deutlich anfälliger für den Unsinn in wissenschaftlichem Gewand und gaben diesen auch eher weiter.

Kritisches Denken ist Trumpf

In einem weiteren Experiment drillten die Forscher Probanden vorab entweder auf Vertrauen in die Wissenschaft oder auf eine kritische Denkweise. Auf kritisches Denken eingestellte Teilnehmer glaubten die erfundenen Geschichten dabei merklich seltener.  „Eine kritische Denkweise macht weniger leichtgläubig, unabhängig von der Art der Information", meint daher Albarracín. Im Kampf gegen Falschinformation und Verschwörungstheorien ist es aus Sicht der Forscher also besonders wichtig, dass sich Menschen wirklich kritisch mit Information auseinandersetzen. Das bringt bei geschickt gesponnen Lügengeschichten mehr als blindes Vertrauen in die Wissenschaft.

(Ende)
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