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pte20210528021 Umwelt/Energie, Unternehmen/Wirtschaft

Plastikmüll-Handel: Für Ärmste nicht nur nachteilig

Umstrittene Praxis hilft Niedriglöhnern in ärmeren Entwicklungsländern wirtschaftlich


Müll: Umweltproblem mit marginalem Nutzen (Foto: wagrati_photo, pixabay.com)
Müll: Umweltproblem mit marginalem Nutzen (Foto: wagrati_photo, pixabay.com)

Pullman (pte021/28.05.2021/13:30) -

Seit Jahrzehnten exportieren wohlhabende Länder viel ihres Plastikmülls und damit verbundener Umweltprobleme in Entwicklungsländer. In einer jüngst im "Journal of World Systems Research" veröffentlichten Studie fanden Hauptautor Yikang Bai von der Washington State University http://online.wsu.edu und Jennifer Givens von der Utah State University http://usu.edu heraus, dass dieser umstrittene Handel in armen Importländern wirtschaftlich auch positiv wirkt, indem er dortigen Niedrigverdienern ein besseres Auskommen beschert.

Höheres Pro-Kopf-BIP in armen Länder 

In einer Längsschnittanalyse untersuchten die Forscher Daten zum globalen Kunststoffhandel und damit verbundenen wirtschaftlichen Maßnahmen für 85 Länder von 2003 bis 2013. Dabei stellten sie fest, dass der Import von Plastikmüll in den einkommensschwächeren Ländern mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf verbunden war. In Ländern mit relativ hohem Einkommen hingegen fand sich kein Hinweis auf ökonomische Vorteile von Plastikmüll-Einfuhren. 

Während in der Studie nicht genau bewertet wurde, wie der Kunststoffabfall in den Entwicklungsländern verwendet wurde, halten es die Autoren für wahrscheinlich, dass dort ein Teil des Kunststoffs für die Verwendung in Industrie und Fertigung recycelt wird. Es gab auch Hinweise darauf, dass die Länder mit niedrigerem Einkommen den Plastikmüll regional untereinander handeln. Die Autoren betonten allerdings, dass Plastik-Abfall weiterhin ein großes Problem ist, speziell für Entwicklungsländer, da der Großteil nicht recycelt wird und sogar recycelte Kunststoffe letztendlich immer noch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. 

Genaueres Bild

"Unsere Studie bietet ein differenziertes Verständnis des globalen Handels mit Plastikmüll", betont Bai. "Die Berichterstattung in den Medien hat oft die Erzählung, dass Industrieländer Umweltschäden auf weniger entwickelte Länder verlagern. Es gibt noch eine andere Ebene der Geschichte: Plastikmüll könnte zunächst als Ressource verwendet werden, auch wenn er letztlich zu Umweltbelastungen in weniger entwickelten Ländern beitragen kann."

Für die Studie analysierten Bai und Givens Daten der Vereinten Nationen und der Weltbank und untersuchten wirtschaftliche Variablen und Handelsinformationen zu gängigen Kunststoffabfällen wie Polyethylen und Polystyrol. Bei den 85 untersuchten Ländern handelt es sich unter anderem um 45 Nationen mit hohem Einkommen, meist aus dem globalen Norden, darunter die USA und europäische Länder. Die 40 Staaten mit niedrigerem Einkommen liegen vor allem im globalen Süden, dazu zählen Botswana, El Salvador und Vietnam.

Detaillierte Informationen und Link zur Studie: https://jwsr.pitt.edu/ojs/jwsr/article/view/1026

(Ende)
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