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pte20210308003 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Feinstaub aus Waldbränden viel schädlicher

Belastung aus Lauffeuern bringt signifikant mehr Menschen in kalifornische Krankenhäuser


Lauffeuer: setzt schädlichen Feinstaub frei (Foto: sippakorn, pixabay.com)
Lauffeuer: setzt schädlichen Feinstaub frei (Foto: sippakorn, pixabay.com)

San Diego (pte003/08.03.2021/06:10) -

Feinstaub aus Waldbränden scheint schädlicher für die menschlichen Atemwege als Feinstaub aus anderen Quellen. Das zeigt eine Studie von Forschern der Scripps Institution of Oceanography https://scripps.ucsd.edu an der University of California San Diego. Sie haben Daten über Spitalsaufnahmen aus 14 Jahren analysiert und so festgestellt, dass Feinstaub aus Bränden bis zu zehn Mal mehr Patienten mit Atemwegsbeschwerden in südkalifornische Krankenhäuser treibt als jener aus anderen Quellen. Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Konzentrationen sollten das also berücksichtigen.

Real höheres Risiko

Feinstaub mit Partikelgrößen von bis zu 2,5 Mikrometern (PM2,5) ist ein wesentlicher Bestandteil des Rauchs bei Waldbränden. Laborexperimente haben in der Vergangenheitdarauf dieser die Atemwege stärker belastet als PM2,5-Feinstaub aus anderen Quellen. Eben dieser Unterschied macht sich der aktuell in „Nature Communications" erschienen Analyse zufolge bei der Bevölkerung ganz real bemerkbar. Zehn Mikrogramm PM2,5-Feinstaub führen demnach normalerweise zu einem Prozent mehr Spitalsaufnahmen wegen Atembeschwerden. Bei Feinstaub aus Waldbrand-Rauch sind es dagegen 1,3 bis zehn Prozent mehr.

Das stellt infrage, ob die in den USA und vielen anderen Ländern üblichen Feinstaub-Grenzwerte in ihrer aktuellen Form ausreichen. „Das Problem ist, dass sie nicht die unterschiedlichen Quellen von PM2,5 berücksichtigen", erklärt Scripps-Postdoc Rosana Aguilera. Dabei scheint der Feinstaub aus Waldbränden sich stärker auf den Menschen auszuwirken als jener aus Quellen wie Abgasen und somit ein größeres Problem für die öffentliche Gesundheit zu sein. Besonders in Regionen wie Kalifornien, wo der Klimawandel zu häufigeren Waldbränden führt, wäre eine differenzierte Betrachtung der Quelle im öffentlichen Umgang mit Feinstaub daher wohl sinnvoll.

Unklare Ursache

Bislang gibt es keinen wissenschaftlichen Konsens darüber, warum genau PM2,5-Feinstaub aus Waldbränden für die menschliche Lunge schädlicher scheint. Das dem so ist, scheint aber mit der aktuellen Studie relativ sicher. Denn um Feinstaub aus Waldbränden von jenem aus anderen Quellen zu unterscheiden, konnten die Forscher ein südkalifornisches Wetterphänomen nutzen. Dann, wenn sogenannte Santa-Ana-Winde den Rauch von Waldbränden im Landesinneren Richtung Ballungszentren an der Küsten treiben, ist eine erhöhte Feinstaubbelastung in den Städten wohl auf die Lauffeuer zurückzuführen. Aufzeichnungen über Rauchwolken stützen das ebenfalls.

(Ende)
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