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pte20200514003 Unternehmen/Wirtschaft, Handel/Dienstleistungen

Corona: US-Bürger sparen wie in den 1980ern

Leicht panisches Verhalten als "Ausdruck beispielloser Turbulenzen in der Wirtschaft"


Sparschwein: derzeit sehr gefragt in den USA (Foto: unsplash.com, Damir Spanic)
Sparschwein: derzeit sehr gefragt in den USA (Foto: unsplash.com, Damir Spanic)

New York (pte003/14.05.2020/06:10) - US-Bürger bereiten sich mit Kürzungen von Ausgaben, Horten von Bargeld und einer Reduktion von Kreditkartenschulden auf schwierige Zeiten vor. Laut der Federal Reserve Bank of New York http://newyorkfed.org wurde im März bei ausstehenden Kreditkartenrechnungen binnen Jahresfrist ein Einbruch um 31 Prozent verzeichnet - der stärkste Rückgang seit mehr als 30 Jahren. Gleichzeitig kletterte die Sparquote von acht Prozent im Februar auf 13,1 Prozent im März - ebenfalls der höchste Wert seit 1981.

Wirtschaft braucht Konsum

"Die dramatischen Veränderungen im Konsumentenverhalten sind Ausdruck beispielloser Turbulenzen in der Wirtschaft aufgrund der Corona-Pandemie", zitiert "CNN Business" Matt Egan. Im Grunde gehe es um die zunehmende Angst vieler, schon bald ohne Job und Einkommen dazustehen. "Obwohl Vorsicht sicher eine logische Antwort auf die gegenwärtige Unsicherheit ist, erhöht sich dadurch auch das Risiko, dass sich unsere Wirtschaft, die nun einmal auf die Ausgaben der Konsumenten angewiesen ist, nicht erholen kann", betont der Experte.

"Wir wissen, dass COVID-19 uns noch länger begleiten wird", erklärt auch Danielle DiMartino Booth, CEO und Chief Strategist bei Quill Intelligence http://quillintelligence.com . Eine gewisse Unsicherheit und Angst sei deshalb weiterhin weitverbreitet. "Die Menschen haben den Gürtel deutlich enger geschnallt. Man muss sich fragen, wie lange es wohl dauern wird, bis sie sich wieder wohler fühlen werden und anfangen, ihr Geld auszugeben", so Booth.

Mehr als 33 Mio. Arbeitslose

Tatsächlich ist die Angst vor Jobverlust keineswegs unbegründet. Jüngsten Zahlen zufolge haben seit Mitte März bereits über 33 Mio. US-Bürger einen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung eingebracht. Allein im April ist die Quote der Erwerbslosen um 14,7 Prozent gestiegen. Da verwundert es nicht, dass viele Menschen auch die eigene Zukunft am Arbeitsmarkt nicht besonders rosig einschätzen: Laut Umfrage der Federal Reserve glauben mittlerweile fast 21 Prozent der US-Amerikaner, dass sie innerhalb der nächsten zwölf Monate ihren Job verlieren könnten.

Experten wie Egan sprechen schon jetzt von "der größten und schwerwiegendsten Krise seit der Großen Depression". Und viele gehen davon aus, dass der Tiefpunkt womöglich noch gar nicht erreicht ist beziehungsweise sich die Situation am Arbeitsmarkt auf Jahre hinaus nicht wirklich bessern wird. "Der Konsument, der das schlagende Herz der Realwirtschaft darstellt, bereitet sich auf einen viel längeren Abschwung vor als die politischen Entscheidungsträger ihm einzureden versuchen", ist etwa Joe Brusuelas, Chef-Ökonom bei RSM http://rsm.global , überzeugt.

(Ende)
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