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pte20180830026 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie

Smog reduziert Produktion von Solarstrom

Laut aktuellen Berechnungen des MIT liegen die Kosten bei hunderten Mio. Dollar pro Jahr

Smog: Saubere Luft für Strom wichtig (Foto: Katharina Wieland Müller/pixelio.de)
Smog: Saubere Luft für Strom wichtig (Foto: Katharina Wieland Müller/pixelio.de)

Cambridge (pte026/30.08.2018/10:30) - Die vor allem in asiatischen Millionenstädten dominierende Luftverschmutzung beeinträchtigt die Stromerzeugung in Solarmodulen. Ian Marius Peters vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://mit.edu , der das Problem untersucht hat, beziffert die Einbußen auf hunderte Millionen Dollar pro Jahr. Allein in Neu-Delhi seien es 20 Mio. Dollar. In Peking und Schanghai jeweils zehn Mio. Dollar. Die Neuanlagen, die derzeit in Los Angeles geplant würden, müssten mit smogbedingten Einbußen von sechs bis neun Mio. Dollar rechnen.

Asien bleibt im Fokus

Eigentlich müssten die gesundheitlichen Folgen von Luftverschmutzung als Argument ausreichen, dagegen massiv vorzugehen, meint Peters. Seine Studie, so hofft er, wird wenigstens ein bisschen dazu beitragen, Anstrengungen zu unternehmen, die Luftqualität in den Städten zu verbessern. Er hatte die Idee, die Folgen der Luftverschmutzung auf die Produktion von Solarstrom zu untersuchen.

Bereits 2013 breitete sich in Singapur eine gigantische Wolke von Qualm aus, die bei Waldbränden in Indonesien entstanden war. Zeitweise war die gegenüberliegende Straßenseite nicht mehr zu sehen. Das Phänomen dauerte rund zwei Wochen an. Während sich die Menschen im Stadtstaat Sorgen um ihre Gesundheit machten, ging es Peters' Mitarbeiter Andre Nobre von der Cleantech Energy Corporation http://cleantechsolar.com um etwas ganz anderes. Er machte sich Sorgen um die Solarstromproduktion.

Amortisierung schwierig

Das nahm Peters zum Anlass, die Auswirkungen von Smog auf Photovoltaikanlagen über Jahre hinweg zu untersuchen. Gemeinsam mit MIT-Maschinenbauprofessor Tonio Buonassisi und einigen weiteren Kollegen entwickelte er ein Messsystem für die Partikeldichte in der Luft und korrelierte sie mit Einbußen bei der Stromerzeugung. Für Neu-Delhi, das laut Peters praktisch keinen blauen Himmel kenne, beziffert er die Einbußen auf zwölf Prozent.

Das klingt zunächst nicht nach großen Verlusten. Doch Peters macht darauf aufmerksam, dass diese Einbußen dazu führen können, dass sich neue Anlagen niemals amortisieren. Er empfiehlt, bei Investitionsentscheidungen die Dauer von Smogtagen zu berücksichtigen. "Wenn man die Luftverschmutzung nicht berücksichtigt, kann die Amortisationszeit weit größer sein als angenommen", warnt er. Außerdem rät er, in smoggefährdeten Gebieten Siliziumzellen zu verwenden, denen Smog am wenigsten ausmacht.

(Ende)
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