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pte20180716003 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Wearable sagt Sturzrisiko von Senioren voraus

Prinzip laut Experten womöglich einfach als Handy-App umsetzbar


Sturzfolgen: Gängige Technologie könnte vorbeugen (Foto: rawpixel, pixabay.com)
Sturzfolgen: Gängige Technologie könnte vorbeugen (Foto: rawpixel, pixabay.com)

Urbana (pte003/16.07.2018/06:05) - Forscher der University of Illinois at Urbana-Champaign (UI) http://illinois.edu können aus den Daten eines einfachen Wearable-Geräts das Sturzrisiko von Senioren abschätzen. Denn diese Daten geben Aufschluss darüber, ob jemand einen instabilen Gang hat. Das Gerät setzt auf Beschleunigungsmesser, wie sie heute in praktisch jedem Smartphone verbaut sind. Es scheint also denkbar, dass in Zukunft Handy-Apps ältere Menschen warnen, wenn ihr Gang auffallend unsicher wird und das Sturzrisiko steigt.

Instabilitätsanzeige

Jedes Jahr stürzt etwa ein Drittel der über 65-Jährigen, was oft schwerwiegende Verletzungen wie Oberschenkelhals- oder Beckenbrüche zur Folge hat. Ursache dafür ist bei Senioren meist ein instabiler Gang. Das UI-Team hat sich daher damit befasst, ob geeignete Wearables und eine Datenanalyse der Sturzprävention dienen könnten. "Unsere Vorhersage war, dass wir sehr genau den Unterschied zwischen Menschen, die wirklich stabil gehen, und solchen, die irgendwie instabil sind, erkennen können", erklärt Bruce Schatz, Leiter des Fachbereichs Medical Information Science an der medizinischen Fakultät der UI.

Für eine Studie haben 67 Frauen über 60 Angaben über Stürze im vorangegangenen Jahr gemacht und dann eine Woche lang ein Gerät mit Bewegungssensoren getragen. Schatz und seine Kollegen haben die automatisch ausgelesenen Daten ausgewertet und festgestellt, dass die Analyse tatsächlich sehr genau jenes Sturzrisiko vorhersagen konnte, auf das auch körperliche Untersuchungen zu Stand- und Gangsicherheit hindeuten. Die Technologie scheint also geeignet, vor einem erhöhten Sturzrisiko zu warnen, ehe es zum Schlimmsten kommt.

Effektive Prävention

"Ich arbeite mit vielen Hausärzten und die lieben die Idee, da sie die Leute erst zu sehen bekommen, wenn sie gestürzt sind", sagt Schatz. "Aber dann ist es eigentlich zu spät." Die Studie zeigt nun, dass alltägliche Technik eine echte Sturzprävention ermöglichen könnte. Denn Beschleunigungsmesser wie in den Studiengeräten sind beispielsweise in handelsübliche Wearables wie Fitnessarmbändern oder so gut wie allen modernen Smartphones verbaut.

Schatz hofft daher, dass es in Zukunft eine Handy-App geben wird, die Bewegungsmuster von Senioren überwacht. Diese könnte Nutzer oder auch deren Vertrauensärzte warnen, wenn der Gang instabil wird. Betroffene könnten dann nach Absprache mit ihrem Arzt Vorsorgemaßnahmen wie Bewegungsübungen ergreifen, bevor es überhaupt zu einem potenziell gefährlichen Sturz kommt.

(Ende)
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