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pte20180228003 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

China: Feinstaub gefährdet ungeborene Kinder

Forscher weisen Zusammenhang mit anormalem Wachstum nach


Feinstaubursache Autoabgase: Diese sind eine Gefahr (Foto: Gaby Eder/pixelio.de)
Feinstaubursache Autoabgase: Diese sind eine Gefahr (Foto: Gaby Eder/pixelio.de)

New Haven/Lanzhou (pte003/28.02.2018/06:10) - Feinstaub begünstigt anomales Wachstum von Embryos. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Yale University http://yale.edu . Die Wissenschaftler haben die Daten von 8.000 Frauen in der chinesischen Stadt Lanzhou ausgewertet. Es handelt sich um die erste Studie dieser Art in einer Region mit hoher Luftverschmutzung. Bisher war man davon ausgegangen, dass Feinstaub "lediglich" Lungenkrebs verursachen kann.

Zu große Kopfumfänge

"Wir analysierten die Daten, um die These zu untermauern, dass Schwangere, die in einer stark mit PM10 belasteten Luft leben, ein größeres Risiko tragen, dass ihre ungeborenen Kinder zu groß oder zu klein geraten", sagt Studienleiter Yawei Zhang. Bei sogenannten PM10 handelt es sich um Partikel mit einem Durchmesser von zehn Mikrometern. "Wir wollten zudem wissen, wie sich Schwangere gegen eine derartige Luftverschmutzung schützen können."

Die PM10-Belastung erhielten die Yale-Forscher von den Luftüberwachungsstationen in der Millionenstadt. Die Werte über das Wachstumm der Föten erfassten sie durch regelmäßige Ultraschallaufnahmen. So stellten sie einen Zusammenhang zwischen Wachstum und Luftbelastung her. Dabei stellten sie immer wieder vergrößerte Kopfumfänge fest, wenn die Schwangeren einem Gemisch aus Auto- und Industrieabgasen sowie der Luftverschmutzung durch Baumaßnahmen ausgesetzt waren. Die Frauen, die an der Studie teilnahmen, waren mindestens 18 Jahre alt. Sie wurden 20 Wochen lang beobachtet.

Langzeitfolgen unbekannt

"Die Ergebnisse der Studie haben eine große Bedeutung für die Gesundheit der Menschen", so Zhang. Er fordert weitere Studien, um zu klären, ob die Belastung von Schwangeren durch Luftverschmutzung auch negative Folgen für die Kinder hat, wenn diese größer werden. Zudem kündigte er weitere Analysen mit Schwangeren an, die in belasteten Regionen leben.

Frauen in belasteten Regionen sollten versuchen, den Beginn einer Schwangerschaft so zu legen, dass sie die - jahreszeitlich unterschiedliche - Luftbelastung möglichst weitgehend meiden, meint Zhang. Außerdem sollten sie Outdoor-Aktivitäten in den Zeiten meiden, wenn die Schadstoffbelastung besonders hoch ist, so die Empfehlungen des Wissenschaftlers.

(Ende)
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