VORSCHAU
PRESSETERMINE
Savoy Baur en Ville
12.12.2017 00:00
Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien
12.12.2017 00:00
VDMA, Raum 1
12.12.2017 00:00

AKTUELLES PRESSEFOTO

IR Nachrichten


WETTER
Graz: Regen
Innsbruck: stark bewölkt
10°
Linz: stark bewölkt
Wien: stark bewölkt
14°
© wetter.net

Stadtname / PLZ

AKTIENKURSE
 
LEBEN
Di, 28.11.2017 10:30
Meldung drucken Artikel weiterleiten
pte20171128015 Forschung/Technologie, Umwelt/Energie

Jena-Experiment: Artenverlust zerstört Ökosysteme

Wiesen mit mehr Lebewesen müssen weniger intensiv gedüngt werden
Parzellen der Biodiversitätsforschung aus der Luft (Foto: Jena-Experiment)
Parzellen der Biodiversitätsforschung aus der Luft (Foto: Jena-Experiment)

München/Jena (pte015/28.11.2017/10:30) - Biodiversität beeinflusst knapp die Hälfte der Prozesse im Ökosystem. Zudem erzielt intensive Grünlandbewirtschaftung keinen höheren Ertrag als eine hohe Artenvielfalt. Zu diesem Schluss kommt das "Jena-Experiment", dessen Ergebnisse Forscher der Technischen Universität München (TUM) http://tum.de nun ausgewertet haben.

80.000 Messungen durchgeführt

Laut TUM-Forscher Wolfgang Weisser stirbt eine Art nach der Zerstörung ihres Lebensraumes durch den Menschen meist nicht sofort aus, sondern erst einige Zeit später. Eben dieses Aussterben hab nach dieser Logik folgend dann einen zeitverzögerten Effekt auf die Stoffkreisläufe. Die Effekte der Biodiversität wurden im Jena-Experiment entsprechend über die Zeit stärker: In artenreichen Gemeinschaften wurden die positiven Effekte wie etwa die Kohlenstoffspeicherung im Boden, die mikrobielle Atmung oder die Entwicklung der Bodenfauna erst mit der Zeit stärker. Andererseits wurden genauso die negativen Effekte von Monokulturen später sichtbar.

"Dies bedeutet, dass die negativen Effekte des derzeitigen Artenverlustes erst in einigen Jahren vollständig augenscheinlich werden", warnt Weisser. Im Zuge des Feldversuches wurden 80.000 Messungen von interdisziplinär aufgestellten Arbeitsgruppen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden durchgeführt. Auf mehr als 500 Versuchsparzellen hatten sie unterschiedlich viele Pflanzenarten angesät, von Monokulturen bis zu Mischungen von 60 Arten.

Neben Pflanzen wurden auch alle weiteren im Ökosystem vorkommenden Organismen untersucht - im und oberhalb des Bodens. Daneben sind von Bodenkundlern die Stoffkreisläufe von Kohlenstoff, Stickstoff und Nitrat und auch der Wasserkreislauf über den gesamten Zeitraum von 15 Jahren untersucht worden. So konnten die Wissenschaftler belegen, wie sich die Artenvielfalt auswirkt auf die Kapazität des Bodens, Wasser aufzunehmen, zu speichern oder abzugeben.

Viele Arten machen widerstandsfähig

Artenreichere Wiesen hatten über die gesamte Zeit des Jena-Experiments eine höhere Produktivität als artenarme Wiesen. Eine gesteigerte Bewirtschaftungsintensität durch zusätzliche Düngung und eine häufigere Mahd erreichte denselben Effekt: Wenn ein Landwirt bestimmte Arten fördert und düngt, ist er im Durchschnitt betrachtet folglich nicht erfolgreicher als die Natur. Die Energie der Biomasse (Bioenergiegehalt) von artenreichen Wiesen war deutlich höher als die von artenarmen Wiesen, zugleich aber ähnlich hoch wie viele der heute stark subventionierten Arten wie etwa von Chinaschilf.

Laut den Experten hatten artenreiche Flächen zudem eine bessere Kohlenstoffspeicherung. Die Zahl von Insekten und anderen Arten war deutlich höher. Wechselwirkungen zwischen Arten wie etwa Bestäubungen fanden häufiger statt. Artenreichere Wiesen transportierten Oberflächenwasser besser in den Boden. Artenreiche Ökosysteme waren stabiler gegenüber Störungen wie Dürren oder Überschwemmungen als artenarme Ökosysteme.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-313
E-Mail:
Website: www.pressetext.com
pressetext.redaktion
   
Wie fanden Sie diese Meldung?
Weitersagen
likes dislike Share Share |
Social Media
ETARGET

FOCUSTHEMA


SPECIALS


Werbung
middleAdvertising