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19.11.2019 - 13:30 | pressetext.redaktion
pte20170907025 Tourismus/Reisen, Medien/Kommunikation

"Keine Scharia hier": Plakatwand spaltet Australien

Sunshine Coast Safe Community gegen Buddies Refugee Support Group


Anti-Scharia-Plakat vorher und nachher (Foto: facebook.com/sunnycoastsafe)
Anti-Scharia-Plakat vorher und nachher (Foto: facebook.com/sunnycoastsafe)

Caloundra (pte025/07.09.2017/12:30) - Aktivisten der Gruppe Sunshine Coast Safe Community (SCSC) http://bit.ly/2wJ6ScE haben im australischen Tourismusdomizil Sunshine Coast eine Plakatwand mit der Aufschrift "No Sharia Here" ("Keine Scharia hier") aufstellen lassen und dafür letztlich sichtbare Kritik einstecken müssen. Doch wer glaubt, dass die Sprayer mit ihrer Gegenbotschaft "Kein Rassismus" großteils Lob ernten, irrt. Im Social Web werden die Täter als "unterbelichtete linke Vandalen" beschimpft.

SCSC verortet Angriff auf Werte

Die Flüchtlingshilfe Buddies Refugee Support Group http://refugeebuddies.org sieht das naturgemäß anders. Sie bezeichnet den ursprünglichen Schriftzug als "irreführend" und wirft SCSC eine Feindlichkeit gegenüber Minderheiten vor. Die konservative Gruppe kontert: "Die für die Zerstörung des Privateigentums Verantwortlichen unterstützen die Scharia. Wir fordern die Verantwortlichen auf, die Unterdrückung von Frauenrechten, Kinderehen, Gewalt gegen Ehefrauen, Genitalverstümmelung und Polygamie in der Scharia zu unterstützen."

Bronwyn Bell von der Buddies Refugee Support Group lässt das nicht unkommentiert stehen: "Die Idee von SCSC ist, die Gemeinde sicher, weiß, christlich und konservativ zu halten." SCSC versuche immer wieder, gegen Moslems oder aber Homosexuelle mobil zu machen. Das ursprüngliche Plakat sei ein Mittel zur Polarisierung und letztlich Spaltung der Gesellschaft. "Die große Mehrheit der Moslems in Australien ist moderat. Sie versuchen, sich ins australische Leben zu integrieren und friedlich unter australischem Gesetz zu leben", so Bell. Es gebe keine Gefahr, dass die Scharia die nationale Gesetzgebung beeinträchtige, geschweige denn ersetze.

Landesweit nur 2,6 Prozent Muslime

Laut der australischen Volkszählung von 2016 macht die muslimische Bevölkerung im Land gerade einmal 2,6 Prozent aus. Darunter fallen jedoch alle Menschen, die sich selbst als muslimisch bezeichnen. Ein Großteil davon unterstützt das sogenannte Scharia-Gesetz nicht. Bei der Scharia handelt es sich um die Annahme, dass Gott als oberster Gesetzgeber fungiert. Im Gegensatz zum westlichen Ansatz, bei dem alles erlaubt ist, was nicht verboten ist, bleibt bei der Scharia alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist.

Fälle wie diese kommen immer wieder vor. Zuletzt sorgte ein US-Waffenladen für Aufregung, der Feuerwaffen an Gläubige billiger verkauft. Wer sich zu einer christlichen Religion bekennt, bekommt fünf Prozent Rabatt (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20151015020 ). Ein weiterer US-Waffenverkäufer erklärte sein Geschäft kurzerhand zur "Moslem-freien Zone" und sorgte so für Kritik. Mit dem Code-Wort "Moslem" verkaufte dieser seine Feuerwaffen um 25 Dollar (rund 20 Euro) billiger (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20151215003 ).

(Ende)
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